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Pflegepolitik

Aktuell: Generalisierte Pflegeausbildung

Wir erhalten momentan von vielen Menschen aus der Altenpflege Briefe und E-Mails zur generalisiert Pflegeausbildung. Das zeigt noch einmal, dass das Thema der generalisierten Ausbildung viele Befürchtungen weckt. Die werden wir nicht einfach ignorieren.

Aber, das muss man deutlich sagen: die generalisierte Pflegeausbildung wird kommen.

Die Pflege auf die Zukunft vorzubereiten, geht für uns nur über eine generalisierte Pflegeausbildung. Demografischer Wandel, epidemiologische Veränderungen, wachsendes Wissen in Medizin und Pflege, Mangel in allen Gesundheitsprofessionen – das alles sind Komponenten, die eine Veränderung in der Struktur der Pflegeausbildung nötig machen. Wir haben jetzt schon viel mehr Wechselwirkungen und Wanderbewegungen zwischen den Sektoren und Institutionen. Im Krankenhaus arbeiten Altenpfleger*innen und Krankenpfleger*innen in den Altenheimen.

Das bedeutet aber nicht, dass der Gesetzentwurf in seiner momentanen Form zufriedenstellend ist. Im Gegenteil, es gibt viele Sorgen in der Altenpflege, die aufgenommen und beantwortet werden müssen. Wir würden uns freuen, wenn alle betroffenen Akteure gemeinsam konstruktiv an einem Gesetz mitarbeiten, das am Ende wirklich dem Anspruch genügt, die Pflegeausbildung und damit auch die Pflege auf die Zukunft vorzubereiten.

Wir werden mehr Durchlässigkeit brauchen, so dass leichter zwischen den Pflegeberufen gewechselt werden kann, ohne vorher erst umfangreiche Weiterbildungen und Einarbeitungen nötig zu machen. Das schafft besonders den Beschäftigten mehr Möglichkeiten in ihrem beruflichen Lebensweg. Je nach Lebensphase könnte man so einfacher in einem passenden Pflegeberuf arbeiten.

Wir brauchen eine Ausbildung, die Pflegende in die Lage versetzt, Menschen jeden Alters professionell und nach deren Bedürfnissen zu pflegen. Dazu kommt, dass es bisher als Altenpfleger*in fast unmöglich ist, ins Ausland zu wechseln und den Beruf in gleicher Position auszuüben. Mit dem neuen Gesetz und damit einer Anpassung an die europäische Richtlinie würde sich das ändern.

Es stimmt, dass der Gesetzentwurf im Moment noch einige Fragen offen lässt. Dazu gehört auf jeden Fall das Thema „Spezialisierung“. Hier ist noch zu diskutieren, ob diese im Anschluss an die generalisierte Ausbildung auf Bundesebene einheitlich geregelt wird. Wenn dem so wäre, würde sich dann die Frage der Umsetzung stellen. Ebenfalls noch ungeklärt sind die Fragen nach der Finanzierung. Dazu zählt, inwieweit Bund und Länder Kosten tragen und ob das momentan angelegte Finanzvolumen ausreicht. Das wird von verschiedenen Seiten wegen der ungenauen Datengrundlagen zumindest angezweifelt.

Klar ist aber auch, dass das Gesetz Chancen für die Pflege bietet. An diesen Chancen müssen alle gemeinsam konstruktiv arbeiten. Dann wird die Pflege auch in Zukunft Menschen helfen und für die Beschäftigten ein erfüllender Beruf sein.

 

Dagmar Neukirch

Dagmar Neukirch

Parlamentarische Geschäftsführerin
Sprecherin für Soziales sowie Gesundheits- und Pflegepolitik

DETAILS

Runder Tisch Pflege

Deutschland und Sachsen als ältestes Bundesland im Besonderen stehen durch den demografischen Wandel vor großen Herausforderungen.

Die Pflege ist dabei ein zentrales und noch kaum wahrgenommenes Thema, gerade im Freistaat. Gemeinsam müssen zu den drängenden Fragen und Problemen im Pflegebereich möglichst frühzeitig und vorausschauend Lösungen gefunden werden.

Dazu findet sich regelmäßig der Runde Tisch Pflege – an dem Träger, Vereine und Verbände sitzen – im Sächsischen Landtag zusammen. Er möchte der Pflege eine starke Stimme in Sachsen geben und so eine Verbesserung der Situation in der Pflege bewirken.

Dabei werden bei den sechs Treffen im Jahr Perspektiven für die sächsische Pflegelandschaft entwickelt und Themen behandelt, wie u.a.:

  • Weiterentwicklung der Qualität in der Kranken-, Alten- und auch familiären Pflege
  • Fachkräftebedarf in der Kranken- und Altenpflege
  • Pflegekammer als Garant für sachgerechte professionelle Pflege
  • Struktur des Ausbildungssystems in der Pflege
  • Familienunterstützung und -entlastung
  • Verbesserung der Pflegeberatung
  • Rahmenbedingungen der Altenpflege in Sachsen, wie das Heimrecht, die Pflegeplanung und deren Weiterentwicklung
  • Arbeitsbedingungen der Menschen in der ambulanten und stationären Altenpflege
  • Entwicklung von Versorgungsstrukturen, die ambulante und stationäre Angebote verzahnen und die gute Altenpflege sichern
  • Besondere Herausforderungen der Altenpflege, z.B. die steigende Zahl der Demenzerkrankungen

Mehr Infos unter: www.pflege-in-sachsen.de