Auf­ar­bei­tung deutsch-deut­scher Geschich­te, Aufbau Ost und gemein­sa­me Vor­ha­ben in der Ver­kehrs­po­li­tik waren Themen beim heu­ti­gen Tref­fen der drei Frak­tio­nen

Am Rande der heu­ti­gen Gedenk­ver­an­stal­tung zum 25. Jah­res­tag des Mau­er­falls  der SPD-Frak­tio­nen aus Thü­rin­gen, Bayern und Sach­sen, erin­ner­te Heike Tau­bert, die Thü­rin­ger Sozi­al­mi­nis­te­rin, zunächst an den Mut der Bür­ger­be­we­gun­gen von damals und stellt die Not­wen­dig­keit einer leben­di­gen Erin­ne­rungs­kul­tur heraus: „Die Ereig­nis­se von 1988 und 1989 haben mich sehr umge­trie­ben. Die Frie­dens­be­we­gung in unse­ren Kir­chen, die Mon­tags­de­mos und die zum Teil bru­ta­le Gegen­re­ak­ti­on der DDR Staats­füh­rung dage­gen, bestärk­ten mich in meiner Auf­fas­sung, dass dieser Staat nichts mehr für seine Bürger übrig hat. Des­halb ent­schied ich mich im Herbst 1989 in der SDP und dann in der SPD aktiv den Wandel mit­zu­ge­stal­ten. 25 Jahre später möchte ich die Erin­ne­rungs­kul­tur an diese bewe­gen­den Ereig­nis­se auf­recht­erhal­ten. Wir müssen die Auf­ar­bei­tung der deutsch-deut­schen Geschich­te vor­an­brin­gen. Es ist mir ein beson­de­res Anlie­gen, dies gemein­sam mit den Genos­sen aus Bayern und Sach­sen zu tun.“

 

Die Ver­tre­ter der SPD-Frak­tio­nen dis­ku­tier­ten zudem wei­te­re not­wen­di­ge Vor­ha­ben zum Aufbau Ost. Es herrsch­te Über­ein­stim­mung darin, dass vor allem die Ver­wirk­li­chung gemein­sa­mer grenz­über­grei­fen­der Pro­jek­te auf kom­mu­na­ler Ebene zu einer gelun­ge­nen Wie­der­ver­ei­ni­gung bei­tra­gen. „Die Pro­ble­me der Kom­mu­nen im Drei­län­der­eck ähneln sich sehr. Des­halb soll­ten sie auch gemein­sam in den Blick genom­men werden“, sagte Markus Rin­der­spa­cher, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der aus dem Baye­ri­schen Land­tag, im heu­ti­gen Pres­se­ge­spräch.

 

Einig waren sich die Frak­tio­nen zudem darin, dass die Ver­kehrs­an­bin­dun­gen zwi­schen den drei Bun­des­län­dern ver­bes­sert werden muss: Der SPD-Frak­ti­ons­chef Rin­der­spa­cher erklärt: „Das Ange­bot für die Bür­ge­rin­nen und Bürger ist sehr schlecht. Und das obwohl jeden Tag zehn­tau­sen­de Men­schen zwi­schen den Bun­des­län­dern hin- und her­pen­deln. Hier besteht ein rie­sen­gro­ßer Nach­hol­be­darf.” Der Vor­sit­zen­de der SPD-Frak­ti­on im Thü­rin­ger Land­tag, Mat­thi­as Hey, argu­men­tiert ähn­lich und stellt fest: „Beson­ders zwi­schen Thü­rin­gen und Bayern brau­chen wir eine bes­se­re, ziel­ori­en­tier­te Zusam­men­ar­beit. Die Schie­nen­lü­cke zwi­schen Süd­thü­rin­gen und dem Cobur­ger Land muss end­lich geschlos­sen werden!”

 

Die säch­si­sche Abge­ord­ne­te Sabine Frie­del, sieht eben­falls drin­gen­den Bedarf, die Sach­sen-Fran­ken-Magis­tra­le aus­zu­bau­en und zu ver­bes­sern: „Eine wei­te­re Elek­tri­fi­zie­rung der Bahn­stre­cke bis nach Nürn­berg ist auch für uns Sach­sen von großer Bedeu­tung. Außer­dem muss darauf hin­ge­wirkt werden, dass wei­ter­hin Züge mit Nei­ge­tech­nik ein­ge­setzt werden, um die Fahr­zeit zwi­schen Dres­den und Nürn­berg nicht zu ver­län­gern.”

 

Heike Tau­bert beton­te bei dem gemein­sa­men Gespräch: „Der Mau­er­fall vor 25 Jahren war für die Men­schen im Grenz­raum ein großes Geschenk. Sie haben es genutzt, haben alte Freund­schaf­ten erneu­ert und neue Freund­schaf­ten geknüpft. Das ist das Band, das Bayern, Sach­sen und Thü­rin­gen wirk­lich zusam­men­hält. Gemein­sam wollen wir uns für die Pro­spe­ri­tät dieser Region wei­ter­hin ein­set­zen.“