+++ Beschimp­fungen des ver­stor­benen Bun­des­prä­si­denten Herzog als Volks­ver­räter auf AfD-Ver­an­stal­tung +++

Björn Höcke hat ges­tern im Ball­haus Watzke in Dresden vor AfD-Mit­glie­dern und ‑Anhän­gern den letzte Woche ver­stor­benen Bun­des­prä­si­denten Herzog ver­höhnt. Er bezeich­nete die so genannte ‚Ruck-Rede‘ als ‚Rede gegen das eigene Volk‘. Was die im Ball­haus Watzke anwe­senden AfD-Anhänger und ‑Bun­des­tags­kan­di­daten davon hielten, haben sie auf ihre Art und Weise deut­lich gemacht. Höckes Schmä­hungen wurden mit  laut­starken ‚Volksverräter‘-Rufen der ver­sam­melten Teil­nehmer ‚hono­riert‘.

Dazu erklärt der Vor­sit­zende der SPD-Frak­tion im Säch­si­schen Landtag, Dirk Panter: „In unserer Gesell­schaft gelten klare Regeln für Anstand und Respekt. Höckes Äuße­rungen sind das glatte Gegen­teil: Sie sind Hetze und unterstes Niveau. . Er unter­bietet sich damit mal wieder selbst. Unab­hängig davon, was man von Roman Her­zogs Wirken hält: Eine Rede, die zur Folge hat, dass der Ver­stor­bene als Volks­ver­räter beschimpft wird, ist unan­ständig und respektlos. Da nützt es auch nichts, dass die Bun­des­vor­sit­zende der AfD, Frauke Petry, in der letzten Woche Roman Herzog und seine ‚Ruck-Rede‘ aus­drück­lich wür­digte und Höcke heute kri­ti­sierte. Was man in der AfD wirk­lich denkt, machte der gest­rige Abend mit seinen Ent­glei­sungen und der Ver­harm­lo­sung des Natio­nal­so­zia­lismus, erneut deut­lich.“

Hin­ter­grund:

Björn Höcke, AfD am 17. Januar in Dresden (Rede im Ball­haus Watzke): „Die so genannte Ruck­rede von 1997, gehalten vom letzte Woche ver­stor­benen Bun­des­prä­si­denten Roman Herzog, war eine Rede gegen das eigene Volk. [..] Seine Rede war nichts anderes als eine deut­liche Begleit­musik zur Ent­fes­se­lung der Finanz­märkte, zur Auf­lö­sung der Soli­dar­ge­mein­schaft, sprich: zum neo­li­be­ralen Glo­ba­lismus.“

Video: https://youtu.be/N–AMpO_nlA

Frauke Petry, AfD am 10. Januar 2017 in Dresden (Pres­se­mit­tei­lung der AfD-Frak­tion im Säch­si­schen Landtag): „Der Tod Roman Her­zogs hat mich tief getroffen. Mit ihm ver­liert Deutsch­land einen Mann, der klare Worte schätzte und der sich nie scheute, diese wür­de­voll aber auch deut­lich und for­dernd aus­zu­spre­chen. Erin­nert sei an dieser Stelle an seine in die Geschichte ein­ge­gan­gene ‚Ruck-Rede‘ in der er anmahnte, dass wieder ein Ruck durch Deutsch­land gehen müsse. [..] Anders als spä­tere Bun­des­prä­si­denten übte er sein Amt tat­säch­lich als über­par­tei­ischer Staats­mann aus, dem es wichtig war, mög­lichst alle Deut­schen anzu­spre­chen und deren wür­diges Staats­ober­haupt zu sein.“