Albrecht Pallas, Innen­ex­perte der SPD-Frak­tion, war am 19. Sep­tember einen Tag lang erneut in Wurzen unter­wegs. Dort machte er sich vor Ort in Gesprä­chen mit der Stadt­ver­wal­tung, dem Netz­werk für Demo­kra­ti­sche Kultur und dem Kinder- und Jugend­zen­trum ein Bild, wie sich die Stim­mung in Wurzen in den ver­gan­genen Monaten ent­wi­ckelt hat. Wich­tigste Themen waren die Stär­kung der Zivil­ge­sell­schaft und das Sicher­heits­ge­fühl der Bürger in der Stadt.

Am Mitt­woch hat Albrecht Pallas, der Innen­ex­perte der SPD-Frak­tion im säch­si­schen Landtag, die schöne Stadt Wurzen besucht. Anlass war das Ergebnis einer Podi­ums­dis­kus­sion zum Thema Sicher­heit, welche die SPD-Land­tags­frak­tion im Mai dieses Jahres in Wurzen geführt hatte. Damals hatte er ver­spro­chen, nach einigen Monaten wie­der­zu­kommen. Dieses Ver­spre­chen hat er nun ein­ge­löst.

„In Gesprä­chen mit dem Wur­zener Ober­bür­ger­meister Jörg Röglin und Thomas Boecker vom Ord­nungsamt wurde erneut deut­lich, was ich aus vielen säch­si­schen Kom­munen höre: Die Stadt­ver­wal­tungen wissen meist am besten, wie sie ihre Stadt zusammen mit den Bür­gern gestalten wollen. Leider haben die Rat­häu­sern oft zu wenig Per­sonal, um im Bereich Sicher­heit oder Stadt­pla­nung wich­tige Schritte machen zu können.“ So arbeiten im Wur­zener Ord­nungsamt nur zwei Mit­ar­beiter im Außen­dienst. Die Zusam­men­ar­beit mit den beiden Bür­ger­po­li­zisten klappe her­vor­ra­gend. Positiv wurde auch her­vor­ge­hoben, dass der Wur­zener Poli­zei­standort fünf zusätz­liche Beamte und einen wei­teren Strei­fen­wagen bekommen hat. „Beamte auf Streife sind auf der Straße sichtbar. Das erhöht das Sicher­heits­emp­finden der Bürger massiv“, so Pallas, selbst gelernter Poli­zist. „Des­wegen war es der SPD so wichtig, dass end­lich wieder mehr Poli­zisten in Sachsen ein­ge­stellt und vor­rangig zur Stär­kung der Prä­senz in der Fläche ein­ge­setzt werden. In der Koali­tion haben wir beschlossen, dass es  1.000 zusätz­liche  Poli­zisten geben wird. Um das zu errei­chen, werden seit diesem Jahr 700 Nach­wuchs­be­amte jähr­lich aus­ge­bildet.“ Ein zweites wich­tiges Thema ist in Wurzen der­zeit, ob der Bahn­hofs­vor­platz mit Kameras über­wacht werden soll. Dabei müssten, so Ober­bür­ger­meister Jörg Röglin, einige Fall­stricke beachtet werden. Die Stadt kläre diese der­zeit ab und hat sich unter anderem das Pilot­pro­jekt zur Kame­ra­über­wa­chung in Chem­nitz ange­schaut.

Der Wur­zener Ober­bür­ger­meister schaut positiv in die Zukunft der Stadt. Sie pro­fi­tiere enorm von der Nähe zu Leipzig, die Wirt­schaft stehe her­vor­ra­gend da, die Arbeits­lo­sen­quote beträgt aktuell nur noch 4,6 Pro­zent. Preise für Wohn­raum würden auch in Wurzen langsam ansteigen. „Der Ober­bür­ger­meister hat deut­lich gemacht, dass klei­nere Städte wie Wurzen andere För­der­instru­mente bei der Wohn­bau­för­de­rung brau­chen als grö­ßere“, so Pallas, der auch woh­nungs­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD-Frak­tion ist. „Wäh­rend in den Groß­städten wie Leipzig und Dresden eher die Frage sei, wie genü­gend bezahl­barer Wohn­raum geschaffen werden kann, brau­chen Mit­tel­zen­tren wie Wurzen Unter­stüt­zung, wenn es darum geht, Wohnen im Alter attraktiv zu machen oder ältere Gebäude teil­weise zurück­zu­bauen.“

Die Frage, wie man die Zivil­ge­sell­schaft stärken kann und sämt­liche Alters­gruppen für die poli­ti­sche Bil­dung und demo­kra­ti­sche Dis­kus­si­ons­pro­zesse gewinnen kann, war Haupt­thema des Tref­fens mit dem Netz­werk für Demo­kra­ti­sche Kultur. Der Verein wurde erst kürz­lich mit dem Preis für sozio­kul­tu­relles Enga­ge­ment der Kul­tur­stif­tung des Frei­staates Sachsen aus­ge­zeichnet. Pallas: „Das Kul­tur­haus leistet eine wich­tige Arbeit für inter­kul­tu­rellen Aus­tausch und Demo­kra­tie­bil­dung im Wur­zener Land. Wir haben erör­tert, wie es gehen kann, mehr Men­schen für Demo­kratie zu begeis­tern und in die Dis­kus­sion ein­zu­be­ziehen.“ Ihre Arbeit stehe dabei stell­ver­tre­tend für viele Ver­eine in Sachsen. „Die Arbeits­be­din­gungen sind nicht immer leicht. Des­wegen ist es mir wichtig, auch mit den Enga­gierten im Gespräch zu bleiben. In diesen Ver­einen wird tolle Arbeit für unsere Demo­kratie geleistet. Diese Arbeit müssen wir dau­er­haft und kon­ti­nu­ier­lich unter­stützen.“

Abschlie­ßend war Albrecht Pallas zu Gast im Kinder- und Jugend­zen­trum Wurzen (KiJuWu). Thomas Graul, Leiter des offenen Frei­zeit­treffs stellte die wich­tige und überaus erfolg­reiche Arbeit seines Hauses vor. Als neues The­men­ge­biet kam für ihn in den ver­gan­genen Jahren die Arbeit mit geflüch­teten Jugend­li­chen  hinzu. „Das klappt prima“, so Graul. Er wünscht sich mehr Unter­stüt­zung durch den Frei­staat und die Stadt beim Erhalt  und der Wei­ter­ent­wick­lung des Geländes. „Drin­gend benö­tigen viele offene Frei­zeit­treffs zudem eine wei­tere päd­ago­gi­sche Fach­kraft, etwa Erzieher.“ Diese Ein­drücke nahm Albrecht Pallas gern nach Dresden mit.