+++ Schu­len sollen neue Gestal­tungs­spiel­räu­me erhal­ten +++ län­ge­res gemein­sa­mes Lernen wird mög­lich +++

Sabine Frie­del, bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag, zur heute durch­ge­führ­ten Sach­ver­stän­di­gen­an­hö­rung zum Volks­an­trag „Län­ge­res gemein­sa­mes Lernen in Sach­sen“ (Drs. 7/522):

„Die Anhö­rung hat einmal mehr deut­lich gemacht, wie weit die Mei­nun­gen zum län­ge­ren gemein­sa­men Lernen aus­ein­an­der gehen. Fol­ge­rich­tig ern­te­ten sowohl der Volks­an­trag als auch der Ände­rungs­an­trag der Koali­ti­on Zustim­mung und Kritik glei­cher­ma­ßen.

Beim Zuhö­ren gewann ich den Ein­druck, dass Befür­wor­ter der Gemein­schafts­schu­le vor­nehm­lich aus der Per­spek­ti­ve der Kinder, ihrer Ent­wick­lung und ihrer Bedürf­nis­se argu­men­tier­ten. Bei den Skep­ti­kern spiel­ten dage­gen vor allem PISA-Ergeb­nis­se sowie die Bedürf­nis­se von Schul­trä­gern und Erwach­se­nen eine Rolle.

Das län­ge­re gemein­sa­me Lernen bleibt ein Thema, das stark pola­ri­siert. Inso­fern geht der Volks­an­trag aus unse­rer Sicht den rich­ti­gen Weg: Er ermög­licht Gemein­schafts­schu­len über­all dort, wo sie gewollt werden. Diesen wich­ti­gen Gedan­ken nimmt die Koali­ti­on auf und stellt mit ihrem Ände­rungs­an­trag gleich­zei­tig Qua­li­tät und Sta­bi­li­tät im säch­si­schen Schul­sys­tem sicher.

Deut­lich gewor­den ist aber vor allem eines: Wie gut eine Schule ist, hängt nicht an der Frage der Schul­form. Es ist vor allem eine Frage der Schul­kul­tur und der päd­ago­gi­schen Qua­li­tät. Auch des­halb ist es sinn­voll, den jahr­zehn­te­lan­gen Streit um die Gemein­schafts­schu­le in Sach­sen end­lich zu been­den und einen Schul­frie­den her­zu­stel­len – mit einem Kom­pro­miss, der nun allen Seiten ein Stück weit gerecht wird. So können Schu­len Gestal­tungs­spiel­räu­me nutzen und eigen­ver­ant­wort­lich ent­schei­den, wie sie der Umset­zung des staat­li­chen Erzie­hungs- und Bil­dungs­auf­tra­ges am besten gerecht werden.“