„Die Jah­res­be­rich­te des Lan­des­be­auf­trag­ten für die Stasi-Unter­la­gen sind ein Spie­gel­bild für die Themen, die Men­schen in Ost und West auch noch 27 Jahre nach der fried­li­chen Revo­lu­ti­on bewe­gen. Deut­lich werden dabei auch die vielen noch nicht hin­rei­chend auf­ge­ar­bei­te­ten Themen“, so Hanka Kliese, stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de und Spre­che­rin für Erin­ne­rungs­kul­tur, am Diens­tag. Sie ver­wies auf die Schick­sa­le der Opfer von Doping etwa, aber auch auf das Leid ehe­ma­li­ger Heim­kin­der in der DDR.

„Die DDR- Ver­gan­gen­heit ist nach wie vor ein Zukunfts­the­ma“, so Kliese weiter. „So lange so viele Men­schen noch ihre Bio­gra­phien auf­ar­bei­ten müssen  und wollen, so lange brau­chen wir dafür ent­spre­chen­de Struk­tu­ren. Des­halb haben wir im ver­gan­ge­nen Jahr das Amt des Lan­des­be­auf­trag­ten gestärkt und sein Arbeits­feld erwei­tert. Die vielen Anfra­gen an den Beauf­trag­ten –  von Akten­ein­sicht über Opfer­be­ra­tung bis zur Orga­ni­sa­ti­on von Zeit­zeu­gen­ge­sprä­chen –   bestä­ti­gen uns, dass das rich­tig war.“

Wir können im Ver­gleich zu ande­ren Staa­ten, etwa Polen oder Ungarn, stolz sein auf unser Bera­tungs- und Auf­ar­bei­tungs­sys­tem“, erklär­te Kliese abschlie­ßend.

Hin­ter­grund: Der Land­tag nimmt am Diens­tag­abend die Tätig­keits­be­rich­te des Lan­des­be­auf­trag­ten für 2014/15 und 2015/16 zur Kennt­nis. Im ver­gan­ge­nen Jahr hatte der Land­tag die Auf­ga­ben des Lan­des­be­auf­trag­ten erwei­tert: Er ist nun­mehr Säch­si­scher Lan­des­be­auf­trag­ter zur Auf­ar­bei­tung der SED-Dik­ta­tur.