+++ Kitas und Grund­schu­len öffnen ab 18. Mai +++

Sabine Frie­del, bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag, zu den Öff­nungs­plä­nen für Kitas und Schu­len in Sach­sen:

Wir freuen uns vor allem für die Kinder! Es ist gut, dass die Kitas nun vor­sich­tig öffnen. Kinder brau­chen den Aus­tausch mit ande­ren Kin­dern, um zu lernen und sich gut zu ent­wi­ckeln. Die Vor­ga­ben zum Infek­ti­ons­schutz sind gut und nach­voll­zieh­bar. Feste Grup­pen und Räume, Abholzo­nen und klare Regeln werden helfen, Infek­tio­nen zu ver­mei­den. Auch für die Eltern ist die Wie­der­eröff­nung der Kitas eine große Erleich­te­rung. Hier denken wir beson­ders an allein­er­zie­hen­de Mütter und Väter.

 

Die voll­stän­di­ge Öff­nung der Grund­schu­len begrü­ßen wir ebenso sehr. Es ist wich­tig, dass sich der Unter­richt hier an den Bedürf­nis­sen der Kinder ori­en­tiert.  Beson­ders das Aus­pro­bie­ren und Ein­üben von selb­stän­di­gem Lernen sollte im Vor­der­grund stehen. Die vom Kul­tus­mi­nis­te­ri­um emp­foh­le­ne Kon­zen­tra­ti­on auf die Kern­fä­cher darf jedoch nicht zu einer Über­las­tung der Kinder führen – und steht auch im Wider­spruch zu den bisher sehr nach­voll­zieh­ba­ren Aus­sa­gen des Kul­tus­mi­nis­ters, dass an erster Stelle nicht die Erfül­lung des Lehr­plans, son­dern das Wohl der Kinder steht. Hier gehö­ren die musi­sche und künst­le­ri­sche Betä­ti­gung ebenso dazu wie die gemein­sa­me Bewe­gung – die auch mit Sicher­heits­ab­stand mög­lich ist.

Für das Wohl der päd­ago­gi­schen Fach­kräf­te in den Kitas und Schu­len muss gesorgt werden. Mit den frei­wil­li­gen Tests macht das Minis­te­ri­um hier ein wich­ti­ges Ange­bot. Zur Sorge gehört auch, Fach­kräf­ten mit Risi­ko­fak­to­ren eine Tätig­keit ohne Kon­takt zu ermög­li­chen.

Auch wenn es rich­tig ist, die Schul­be­suchs­pflicht wieder ein­zu­füh­ren: Es kann Ein­zel­fäl­le geben, in wel­chen es Kin­dern nicht zuzu­mu­ten ist, in die Schule geschickt zu werden (bei­spiels­wei­se wenn ein Eltern­teil gra­vie­ren­de Vor­er­kran­kun­gen hat). In diesem Fall ist es mög­lich, nach § 29 Abs. 1 des Säch­si­schen Schul­ge­set­zes ein vor­über­ge­hen­des Ruhen der Schul­pflicht zu bean­tra­gen. Wir appel­lie­ren an die Kom­mu­nen, solche Anlie­gen sorg­fäl­tig zu prüfen und zu ermög­li­chen.

Hin­ter­grund:

§ 29
Ruhen der Schul­pflicht

(1) Über das Ruhen der Schul­pflicht aus gesund­heit­li­chen Grün­den im Ein­zel­fall ent­schei­den die Land­krei­se und Kreis­frei­en Städte für ihre schul­pflich­ti­gen Ein­woh­ner auf der Grund­la­ge medi­zi­ni­scher und psy­cho­lo­gi­scher Gut­ach­ten.