Sabine Friedel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, zur bevorstehenden Öffnung von Kindertagesstätten für den „eingeschränkten Regelbetrieb”:

„Die Kinder können endlich wieder in den Kindergarten. Das freut nicht nur die Familien, sondern auch viele pädagogische Fachkräfte. Deren Gesundheit muss auch weiterhin hohe Priorität haben. Deshalb sind Vorsicht und Nachsicht in den nächsten Wochen die besten Leitlinien.
Vorsicht braucht es, um den Infektionsschutz in den Kindertagesstätten sicherzustellen. Es ist besser, die Betreuungszeiten einzuschränken als unvertretbare Risiken einzugehen. Und solchen Einschränkungen sollten die Eltern mit Nachsicht begegnen. Selbst wenn nur drei oder vier Stunden am Tag möglich sind: Für die Kinder wird diese Zeit eine unglaubliche Erleichterung und Bereicherung sein“, so Friedel am Donnerstag.

Ab Montag lässt die neue Corona-Rechtsverordnung auch häusliche Betreuungsgruppen zu. Damit können sich die Familien gegenseitig helfen und auch die Kita in besonderer Weise unterstützen. Doch laut Friedel ist noch mehr nötig: „Eltern brauchen die Sicherheit, ihren Kita-Platz nicht zu verlieren, wenn sie helfen und ihre Kinder weiterhin zu Hause betreuen. Für uns Sozialdemokraten wäre es denkbar, ein Corona-Landeserziehungsgeld auszureichen, um Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder daheim zu unterstützen, verkürzte Betreuungszeiten im eingeschränkten Kita-Betrieb zu kompensieren und somit die Kindertagesstätten mit ihren Erzieherinnen zu entlasten. Außerdem sollten wir die Kindertageseinrichtungen mit einer ‚Pauschale für pandemiebedingten Mehraufwand‘ unterstützen. Diese könnten die Kita-Träger für Hilfskräfte beim Einlass oder auch für erforderliche Anschaffungen (z.B. Trennwände, mehrere Spielsachen-Sets für getrennte Gruppen, erhöhte Reinigung etc.) einsetzen.“

Friedel abschließend: „Aus diesen Gründen braucht es in den nächsten Wochen eine klare und verlässliche Finanzvereinbarung zwischen dem Freistaat und den Kommunen. Alle Seiten müssen guten Willen zeigen: Die Eltern und die Erzieherinnen, die Kita-Träger und Gewerkschaften, der Freistaat und die Kommunen.