© ehren­berg-bilder | Adobe Stock

+++ Schul­wahl darf nicht durch Dia­be­tes-Erkran­kung ein­ge­schränkt werden  +++

„Alle Kinder soll­ten an eine Schule in ihrer Nähe gehen können. Kinder mit einer Dia­be­tes-Erkran­kung tref­fen oft auf Unsi­cher­heit und Beden­ken in der Leh­rer­schaft. Die finde ich nach­voll­zieh­bar, weil es  ja auch mit einer großen Ver­ant­wor­tung den Kin­dern und deren Eltern gegen­über ver­bun­den ist. Aber diese Beden­ken man kann auch rela­tiv leicht nehmen“, so die Gesund­heits­ex­per­tin der SPD-Land­tags­frak­ti­on, Dagmar Neu­kirch zu den Grün­den für den heute im Sozi­al­aus­schuss beschlos­se­nen Antrag von CDU und SPD.  „Des­we­gen haben wir heute mit unse­rem Antrag beschlos­sen, dass Fort­bil­dun­gen zum Thema Dia­be­tes in den Fort­bil­dungs­ka­non an den Schu­len auf­ge­nom­men wird. So können mög­li­che Ängste genom­men werden. Dass das funk­tio­niert, zeigt bei­spiels­wei­se schon jetzt das groß­ar­ti­ge ehren­amt­li­che Enga­ge­ment der Dia­be­tes-Nan­nies der Dia­ni­no-Stif­tung. Diese haben, neben Leh­re­rin­nen und Leh­rern, auch das Umfeld der Kinder mit Dia­be­tes im Blick. Sie sen­si­bi­li­sie­ren, klären auf, schaf­fen Wissen, erklä­ren bio­lo­gi­sche Zusam­men­hän­ge, geben Hil­fe­stel­lun­gen für Not­fall­si­tua­tio­nen, bauen so Angst ab und ver­hin­dern damit die Ableh­nung der Kinder.“

Genau­so wich­tig, so Neu­kirch abschlie­ßend, ist die Dia­be­tes-For­schung: „Wir wollen, dass das deutsch­land­weit fast ein­ma­li­ge ‚Säch­si­sche Kinder-Dia­be­tes-Regis­ter‘, das für die For­schung im Bereich Kinder mit Dia­be­tes sehr wich­tig ist, wei­ter­ge­führt wird.

Hin­ter­grund:

Dia­be­tes ist eine Stoff­wech­sel­er­kran­kung, welche in jedem Alter auf­tre­ten kann. Dabei unter­schei­det man zwi­schen Typ 1- und Typ-2-Dia­be­tes. Typ 1 tritt meist schon im Kin­des­al­ter auf, ist noch nicht heil­bar und kann ohne Behand­lung sogar zum Tod führen. Bei Men­schen mit Typ-1-Dia­be­tes pro­du­ziert die Bauch­spei­chel­drü­se kein Insu­lin mehr, wes­halb sie sich meist mehr­mals täg­lich selbst Insu­lin sprit­zen müssen.

Typ-2-Dia­be­tes tritt meist bei älte­ren Per­so­nen auf, jedoch längst nicht mehr nur bei ihnen. Die Zahlen von jün­ge­ren Men­schen, beson­ders unter 20, sind in den ver­gan­gen Jahren deut­lich gestie­gen. Diese Form der Dia­be­tes lässt sich aber durch Ver­än­de­rung der Lebens­wei­se ver­hin­dern oder hin­aus­zö­gern und muss auch nicht zwin­gend mit Insu­lin-Sprit­zen behan­delt werden.