Gleiche Chancen für alle – Dyskalkulie endlich anerkennen!
In Sachsen werden Kinder mit Rechenschwäche bislang benachteiligt – und das, obwohl Dyskalkulie längst von der WHO als schulische Entwicklungsstörung anerkannt ist. Während Schülerinnen und Schüler mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) bereits Anspruch auf Unterstützung haben, fehlt diese Anerkennung bei Dyskalkulie nach wie vor. Das muss sich ändern! Dazu gab es im Ausschuss für Schule und Bildung eine öffentliche Anhörung.
Unser bildungspolitischer Sprecher Gerald Eisenblätter bringt es auf den Punkt:
„Kurz und knapp: Die bisherige Praxis ist ungerecht und führt zu Benachteiligung. Die SPD fordert Dyskalkulie als Teilleistungsschwäche anzuerkennen. Es braucht eine frühzeitige Diagnostik sowie einen Anspruch auf Nachteilsausgleich und individuelle Fördermaßnahmen für betroffene Schülerinnen und Schüler.“
Rund zwei Kinder pro Schulklasse in Sachsen sind von Dyskalkulie betroffen – also einer schwerwiegenden Beeinträchtigung beim Rechnen und mathematischen Denken. Diese Schwierigkeiten verschwinden nicht einfach mit der Zeit, im Gegenteil: Ohne gezielte Förderung wächst die Belastung. Die Folgen reichen vom schlechten Schulabschluss bis hin zu lebenslangen Nachteilen im Berufsleben.
„Probleme beim Rechnen und im mathematischen Verständnis wachsen sich nicht aus, sondern werden mit der Zeit immer größer. Betroffene Kinder und Jugendliche haben ein ungleich höheres Risiko, vorzeitig oder mit schlechten Ergebnissen die Schule zu verlassen – mit gravierenden Auswirkungen auf ihr späteres Leben. Deshalb ist eine frühe und individuelle Förderung mit ausreichend Zeit das A und O. Hier gilt es im Sinne einer echten Chancengleichheit nachzusteuern.“
Daher fordern wir:
- Frühzeitige Diagnostik
- Nachteilsausgleich im Schulalltag
- Individuelle und langfristige Fördermaßnahmen
Andere Bundesländer haben bereits schulrechtliche Regelungen geschaffen. Es ist Zeit, dass auch Sachsen handelt – für mehr Gerechtigkeit im Bildungssystem und echte Chancengleichheit für alle Kinder.

