Zu den heute veröffentlichten Ergebnissen der PISA-Studie erklärt Gerald Eisenblätter, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag:
„Wer nicht mit der Zeit geht, wird abgehängt. Die Ergebnisse sind ein Weckruf, jetzt konsequent die Lehrpläne zu überarbeiten, um mehr Kompetenzorientierung und Lebensweltbezug zu schaffen. Mit dem ‘Bildungsland Sachsen 2030’ haben wir das Fundament gelegt. Jetzt gilt es, zügig an der Modernisierung des sächsischen Bildungswesens zu arbeiten. Das Vermitteln und Festigen von Basiskompetenzen, mehr Raum für lebensnahes Lernen sowie kritische Analyse, Reflexion und Medienkompetenz sind gefordert.
Die soziale Herkunft entscheidet in Deutschland, auch im Freistaat Sachsen, immer noch viel zu stark über den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen. Es kommt deshalb auf den Anfang an! Wir legen den Grundstein jeder Bildungsbiografie im Kindergarten. Wir sollten jetzt verstärkt in die frühkindliche Bildung investieren, den Übergang vom Kindergarten zur Schule optimieren und den Ausbau zum rhythmisierten Ganztag in der Grundschule vorantreiben. Dafür ist ein ganzheitliches Konzept vom Vorschuljahr über die Schuleingangsphase bis hin zum längeren gemeinsamen Lernen nötig.
Jetzt in Bildung zu investieren, ist das Gebot der Stunde. Bildung ist Bindungsarbeit. Damit dies gelingt, braucht es vor jeder Klasse eine Lehrkraft und ein verlässliches Unterstützungssystem mit Assistenzen und Schulsozialarbeit. Dort, wo besondere Bedarfe bestehen, muss gezielt gefördert werden. Mit der aktualisierten Lehrerbedarfsprognose ist der Weg für mehr Ressourcen vorgezeichnet: In Zeiten sinkender Kinderzahlen bleibt die Zahl der Lehrerstellen bis 2032 konstant. Das allein reicht jedoch nicht: Wir müssen jetzt auch das Schulgesetz novellieren, um Lernentwicklung im digitalen Zeitalter zu ermöglichen und eine wohnortnahe Schule zu sichern. Chancengerechte Bildung darf weder vom Elternhaus noch vom Wohnort abhängen.”

