pflege

Heute tagt zum ersten Mal die Enquete-Kom­mis­sion „Sicher­stel­lung der Ver­sor­gung und Wei­ter­ent­wick­lung der Qua­lität in der Pflege älterer Men­schen im Frei­staat Sachsen“ (Druck­sache 6/3472)

„Sachsen wird älter. Die Pflege in Sachsen steht vor großen Her­aus­for­de­rungen. Pflege berührt alle. Jeder kennt Pfle­ge­be­dürf­tige oder hat sogar Fami­li­en­mit­glieder, die gepflegt werden müssen. Sie alle sollen gut ver­sorgt werden und mög­lichst viel von ihrem Leben haben. Wir möchten die Situa­tion der Men­schen, die gepflegt werden und derer, die sie pflegen, ver­bes­sern“, umreißt die Pfle­ge­ex­pertin der SPD-Frak­tion, Dagmar Neu­kirch, die zen­trale Auf­gabe der neuen Enquete-Kom­mis­sion Pflege.

Dagmar Neu­kirch: „Wir haben als SPD-Frak­tion in den ver­gan­genen Jahren, nicht zuletzt mit unserem ‚Runden Tisch Pflege‘, dem Pfle­ge­kon­gress 2014 oder den jähr­lich statt­fin­denden Akti­ons­tagen, dem Thema wieder die Beach­tung in der Lan­des­po­litik ver­schafft, die es ver­dient. Nur so konnten im Koali­ti­ons­ver­trag kon­krete Ver­bes­se­rungen für die Pflege ver­ein­bart werden.“ Es gibt nun in ganz Sachsen Pfle­ge­ko­or­di­na­toren, die die Arbeit und Ver­net­zung vor Ort stützen. Außerdem bekommen Pfle­ge­schü­le­rinnen und Pfle­ge­schüler jetzt ihre Aus­bil­dungs­kosten erstattet. Auch auf Bun­des­ebene werden tief­grei­fende Gesetze ver­ab­schiedet, die die Pflege ver­än­dern.

„Als Säch­si­scher Landtag nehmen wir uns mit der Enquete-Kom­mis­sion die Zeit und nutzen externen Sach­ver­stand, um das kom­plexe Thema Pflege umfas­send betrachten zu können.“, beschreibt Neu­kirch die Moti­va­tion zur Ein­rich­tung der Kom­mis­sion. „Denn es han­delt sich um eines der wich­tigsten Zukunfts­themen in Sachsen. Es geht uns um die best­mög­liche Lebens­qua­lität der Men­schen, egal ob sie bereits pfle­ge­be­dürftig sind oder es in Zukunft werden könnten.“

Dagmar Neu­kirch erwartet eine par­tei­über­grei­fend gute und kon­struk­tive Zusam­men­ar­beit in der Enquete: „Ich bin mir sicher, dass wir die Pflege in Sachsen damit ent­schei­dend ver­bes­sern werden.“

Hin­ter­grund

Was ist eine Enquete-Kom­mis­sion?

Eine Enquete­kom­mis­sion ist ein Mittel des Par­la­ments, um beson­ders wich­tige und zukunfts­re­le­vante Themen genauer unter­su­chen zu können. Die Enquete-Kom­mis­sion ist eine Arbeits­gruppe aus Mit­glie­dern aller Frak­tionen und jeweils von den Frak­tionen benannten Exper­tinnen und Experten. Sie arbeitet ähn­lich einem Aus­schuss.

Was macht die Enquete-Kom­mis­sion Pflege?

Die Enquete-Kom­mis­sion Pflege wird über zwei Jahre die aktu­elle Situa­tion der Pflege in Sachsen genau unter­su­chen, davon aus­ge­hend Pro­bleme benennen und dann gemeinsam Stra­te­gien ent­wi­ckeln, um diese Pro­bleme zu lösen. Als Grund­lage hat sich der Landtag im Ein­set­zungs­be­schluss 15 ver­schie­dene Hand­lungs­felder benannt. Diese rei­chen von der Unter­stüt­zung pfle­gender Ange­hö­riger bis zu Fragen eines ver­netzten berufs- und insti­tu­tio­nen­über­grei­fenden Ver­sor­gungs­sys­tems.

Die Enquete-Kom­mis­sion besteht aus 20 Mit­glie­dern des Land­tages und jeweils einer von jeder Frak­tion benannten sach­ver­stän­digen Person.

Für die SPD-Frak­tion gehören Dagmar Neu­kirch, Simone Lang und Mario Pecher der Kom­mis­sion an. Als Sach­ver­stän­digen hat die Frak­tion einen Experten aus der Praxis, den Alten­pfleger Johannes Her­mann, benannt. Er leitet seit vielen Jahren, zusammen mit Dagmar Neu­kirch, den Runden Tisch Pflege.

Zahlen zur Pflege

(Sta­tis­ti­sches Lan­desamt Sachsen: Sta­tis­tisch betrachtet; Pflege in Sachsen – Aus­gabe 2015):
Im Jahr 2013 waren 149.461 Men­schen pfle­ge­be­dürftig. 102.952 wurden zu Hause ver­sorgt. Davon wurden allein 59.593 von Ange­hö­rigen oder Pri­vat­per­sonen gepflegt.
Die Zahl der Pfle­ge­be­dürf­tigen hat sich in den ver­gan­genen Jahren immer erhöht. Gegen­über 1999 waren es 26,5 Pro­zent mehr. Auch im Bereich der min­des­tens 65-jäh­rigen sind die Zahlen gegen­über 1999 um 31,1 Pro­zent gestiegen.