
Fraktion vor Ort: Sachsen gemeinsam bewegen
Veranstaltungsrückblick zur Fraktion vor Ort am 2. Dezember 2025 im Heinz-Steyer-Stadion Dresden
Unter dem Motto „Sachsen gemeinsam bewegen“ lud die SPD-Landtagsfraktion am 02. Dezember 2025 im Rahmen einer Fraktion vor Ort-Veranstaltung in das Dresdner Heinz-Steyer-Stadion ein. Von 17 bis 20 Uhr diskutierten dort Vertreterinnen und Vertreter aus Sportvereinen, Verbänden, Schulen, Verwaltung und Politik über die Zukunft des Sports im Freistaat – mit klaren Positionen, praktischen Einblicken und dem gemeinsamen Anspruch, Sportpolitik weiterzudenken.
Sportland Sachsen – alles gut?
Sportmilliarde, Ehrenamtspauschale, „Wir für Sachsen“-Förderung, Zuwendungsvertrag mit dem Landessportbund – diese Bemühungen und Projekte zeigen, dass sich die sportpolitischen Rahmenbedingungen im Freistaat in den vergangenen Jahren spürbar entwickelt haben. Doch reicht dies aus? An dieser Diskussion knüpfte die Veranstaltung an. Ziel war es ausdrücklich, nicht nur über Haushaltsfragen zu sprechen. Stattdessen sollte sowohl über konkrete, kurzfristig umsetzbare Verbesserungen als auch langfristige Initiativen, wie im Bereich der Zusammenarbeit von Schule und Verein, bei der nachhaltigen Stärkung des Ehrenamts oder beim Abbau bürokratischer Hemmnisse gesprochen werden.
Impulse aus Politik und Praxis
Eröffnet wurde der Abend von Albrecht Pallas, dem sportpolitischen Sprecher der Fraktion. Er betonte im Hinblick auf den Abend die Relevanz des Austausches und des gegenseitigen Lernens. “Wir wollen Stellschrauben finden, an denen wir drehen können, um den Sport in Sachsen voranzubringen.”, so sein Appell an die Anwesenden.
Die Keynote hielt Birke Tröger, Präsidentin des Dresdner SC 1898 e.V. und Geschäftsführerin der Sportjugend Dresden. Aus ihrer praktischen Erfahrung schilderte sie eindrücklich das Potenzial des Ehrenamtes – auch aus der Perspektive älterer Engagierter. Sie machte deutlich: Engagement entsteht dort, wo Verantwortung übertragen, Vertrauen geschenkt und Entwicklung ermöglicht wird.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung brachten sich die Abgeordneten Gerald Eisenblätter (Bildung), Sophie Koch (Jugend) und Laura Stellbrink (Inklusion) moderierend ein, stellten gezielte Fragen und griffen Impulse aus den stattgefundenen Diskussionen auf.
Vier Thementische – vier zentrale Zukunftsfragen
Im Mittelpunkt des Abends standen vier Thementische, an denen intensiv und praxisnah zu unterschiedlichen Themen diskutiert wurde.
Thementisch 1: “Wie schaffen wir die Rolle vorwärts? Bewegung in Kita und Schule stärken”
Gemeinsam mit Fabian Pinder, dem stellvertretenden Schulleiter der FBS Dresden und Trainer der Bewegungsschule Dresden und Gerald Eisenblätter wurde diskutiert, wie mehr Bewegung systematisch in den Schul- und Kita-Alltag integriert werden kann. Die Diskussion zeigte, dass es nicht an engagierten Menschen vor Ort mangelt. Vielmehr stehen strukturelle Rahmenbedingungen im Fokus. Insbesondere der Sächsische Bildungsplan und die Lehrpläne in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte wurden durchaus kritisch betrachtet. Sport- und Bewegungsförderung seien dort bislang nicht ausreichend verankert. Dieser Position folgte die Erkenntnis, dass pädagogische Fachkräfte klare Leitlinien, mehr Bewegungsbezug in der Ausbildung und ausreichende Ressourcen bedürfen, um Bewegung konsequent in den Alltag zu integrieren.
Thementisch 2: “(Junges) Engagement im Sport – wie bekommen wir mehr (junge) TrainerInnen in die Vereine?”
Moderiert von Sophie Koch stand in der zweiten thematischen Gruppe die Frage im Raum, wie junges Engagement langfristig gesichert werden kann. Dabei wurde deutlich: Das Problem ist weniger das fehlende Interesse junger Menschen, sondern häufig unzureichende Rahmenbedingungen und Fragen der Würdigung und Anerkennung. „Was bringt mir mein Ehrenamt fürs Leben?“ müsse kurz und langfristig stärker in den Fokus rücken. Franziska Hoffmann unterstrich zudem, wie wichtig es sei, junge Menschen in ihren Lebenswelten abzuholen – etwa über Themenfelder und Plattformen wie TikTok. Ebenso zentral sei eine positive Fehlerkultur: „Wir müssen eine Fehlerkultur zulassen, die Menschen auch mal hinfallen lässt und dann sagt: Komm, wir stehen gemeinsam wieder auf.“ Und ihr Appell: „Einfach mal machen (lassen).“
Weitere Ergebnisse der Diskussion umfassen:
- Vernetzung und generationenübergreifende Zusammenarbeit stärken
- Attraktivität des Ehrenamts durch bessere Infrastruktur erhöhen
- Fehlerkultur zulassen und Freiräume schaffen
- Vereinsberatung ausbauen
- Beteiligung und Mitbestimmung junger Engagierter fördern.
Thementisch 3 “Jeder seinen eigenen Platz? Wie kommen wir zu einer gut geplanten Sportstättenentwicklung?”
Mit Christian Schricker aus der Organisationsentwicklung im Landessportbund diskutierte die dritte Themengruppe Fragen kommunaler Zuständigkeit, Digitalisierung, Auslastung und Steuerung von Sportstätten. Moderiert von Albrecht Pallas ging es primär um praktikable Lösungen, vom professionellen Nutzer- und Hallenmanagement bis hin zu digitalisierten Belegungsplänen in Städten, Gemeinden und Landkreisen. Auch wenn klar ist, dass Investitionen in die Sportstätten nötig sind, bestehen bei der optimalen Nutzung der vorhandenen Sportstätten noch Verbesserungsmöglichkeiten. Für den Bau neuer Sportstätten muss die Frage in den Fokus rücken: wie bekommen wir diese möglichst vielfältig genutzt – und wo können wir durch bessere gemeinsame Anstrengungen, zum Beispiel zwischen Schulen und Vereinen, neue Sportstätten schaffen, die nutzerübergreifend funktionieren.
Thementisch 4 “Inklusion im Sport – Einblick in die Praxis und Blick nach vorn”
Unter der Moderation von Laura Stellbrink diskutierten Antje Junghans, Sonderpädagogin und Handball-Schiedsrichterin, sowie Christian Rösler, Geschäftsführer des Behinderten- und Rehasportverbandes Sachsen über Inklusion im Sport. Ein zentrales Thema dieser Diskussion war die Sichtbarkeit, denn häufig stünden Aussagen wie „Wir finden keinen passenden Verein“ und „Wir finden keine neuen Mitglieder“ nebeneinander. Rösler unterschied zwischen gezielter und ungezielter Netzwerkarbeit. Ungezielt bedeute, die eigene Position klar darzustellen und mit Vorständen sowie Übungsleitern über Verantwortlichkeiten, Ideen und Interessen zu sprechen. Gezielte Netzwerkarbeit hingegen sei strukturiert angelegt: Wo können Ressourcen gebündelt, Angebote zusammengeführt und Lücken geschlossen werden?
Zu den Erkenntnissen zählen zudem:
- Notwendigkeit von mehr Vielfalt in der medialen Präsenz
- Stärkere Förderung im Para- und Special-Leistungssport
- Hauptamtliche Strukturen zur besseren Vernetzung von Förderschulen, Werkstätten und Vereinen
- Wohnortnahe Angebote ausbauen
- Einzelinitiativen stärker vernetzen
- Inklusion verbindlich in die Trainerqualifizierung aufnehmen.
Abschließend wurden die Ergebnisse der Thementische vorgestellt und in großer Runde diskutiert.
Austausch auf Augenhöhe
Neben den inhaltlichen und fachlichen Impulsen war es vor allem der offene Austausch, der den Abend prägte. Die verschiedenen Perspektiven – aus Schule, Verein, Verband und Politik – wurden sichtbar und miteinander verknüpft.Der Austausch war konstruktiv, engagiert und lösungsorientiert. Nach einem Schlusswort durch Albrecht Pallas wurde beim anschließenden Get-together thematisch weiter diskutiert, Kontakte wurden geknüpft und konkrete Ideen vertieft.
Fazit: Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die Veranstaltung hat deutlich gemacht: Sportpolitik endet nicht bei Förderprogrammen und Haushaltsdebatten. Viele Impulse – von der Reform des Bildungsplans über die Stärkung des jungen Ehrenamts bis hin zur Digitalisierung von Sportstätten und einer strukturell verankerten Inklusion – zeigen konkrete Handlungsfelder und -möglichkeiten auf. In seinen Schlussworten kündigte Albrecht Pallas an, die Ergebnisse in einem Abschlusspapier zu bündeln und in die parlamentarische Arbeit einzubringen. Der Dialog mit den Aktiven im Sport soll fortgesetzt werden, unter anderem im Rahmen weiterer Fachgespräche und sportpolitischer Formate.
Das Schlusswort„Sachsen gemeinsam bewegen“ ist damit nicht nur ein Motto, sondern ein klarer Arbeitsauftrag. Der Sport im Freistaat lebt sowohl vom Engagement vor Ort als auch von einer Politik, die zuhört, vernetzt und verlässliche Rahmenbedingungen schafft.
Wie geht es weiter?
Die Veranstaltung war der Auftakt für die weitere Arbeit an den Themenschwerpunkten. Die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag nimmt die Impulse der Thementische auf, um sie im neu gegründeten ‘Sportklub der SPD-Fraktion’ im Detail zu diskutieren und zu Ergebnissen zu bringen.
Der erste Sportklub befasst sich mit der Bewegung in Kita und Schule und findet am 29. April im Sächsischen Landtag statt. Hier geht es zur Anmeldung: LINK.
Fraktion vor Ort: Sachsen gemeinsam bewegen
Sportpolitische Impulse für Schule, Verein und Ehrenamt.
Sportmilliarde, Ehrenamtspauschale, Wir-für-Sachsen-Förderung, Ehrenamt stärken im Sport, Zuwendungsvertrag Landessportbund – alles gut im Sportland Sachsen also? Sportlerinnen und Sportler sind nie zufrieden, aber es passt soweit, wird der eine antworten. Auf gar keinen Fall, mit Sportstätten in dem aktuellen Zustand sind wir nicht konkurrenzfähig und die Athleten und Trainer rennen uns weg in andere Länder, wird die andere rufen. An beidem ist etwas dran.
Wir wollen als Landtagsfraktion mit den Aktiven aus Vereinen und Verbänden über Sport in Sachsen sprechen. Denn der Sport braucht die Kraft und Ideen von uns allen. All die Dinge, die Geld kosten, um den Sport im Freistaat voranzubringen, die kennen wir, die liegen auf der Hand, ob Investitionsstau bei Sportstätten, Trainerbezahlung oder Olympia. Aber: Wir können doch noch mehr tun. Wir sind uns sicher, dass es Dinge gibt, die wir auch außerhalb der Logik von Sportmilliarde und Haushaltsverhandlungen angehen können. Stichworte: Schule und Sport, Juniorcoach, Bildungszeit, Bürokratieabbau, bewegte Pause, Kooperation mit Profivereinen, Öffnung Schulsportstätten am Nachmittag für alle. Am 02. Dezember wollen wir ab 17 Uhr im Heinz-Steyer-Stadion in Dresden genau diese und weitere Dinge beleuchten.
❤️ Fraktion vor Ort: Sachsen gemeinsam bewegen
🗓️ Dienstag, 2. Dezember 2025, 17 bis 20 Uhr
📍 Heinz-Steyer-Stadion Dresden
Magdeburger Straße 2
01067 Dresden
Mit:
Albrecht Pallas, Sprecher für Sport
Gerald Eisenblätter, Sprecher für Bildung
Sophie Koch, Sprecherin für Jugend
Laura Stellbrink, Sprecherin für Inklusion
Keynote: Birke Tröger, Präsidentin des Dresdner SC 1898 e.V. und Geschäftsführerin der Sportjugend Dresden
Thementische und Speaker:
Wie schaffen wir die Rolle vorwärts? – Bewegung in Schule und Kita stärken. Speaker: Fabian Pinder, stv. Schulleiter FBS Dresden und Trainer der Bewegungsschule Dresden, MdL Gerald Eisenblätter
(Junges) Engagement im Sport – Wie bekommen wir mehr (junge) Trainerinnen und Trainer in die Vereine? Speakerin: Franziska Hoffmann, Sportjugend Sachsen / Cheerleading und Cheerperformance Verband Sachsen, MdL Sophie Koch
Jeder seinen eigenen Platz? Wie kommen wir zu einer gut geplanten Sportstättenentwicklung? Speaker: Christian Schricker, Fachbereichsleiter Organisationsentwicklung Landessportbund, MdL Albrecht Pallas
Inklusion im Sport – Einblick in die Praxis und Blick nach vorn. Speaker: Christian Rösler, Geschäftsführer Behinderten- und Rehasportverband Sachsen, MdL Laura Stellbrink
Wir freuen uns sehr auf Ihr Kommen, spannende Impulse und eine lebendige Diskussion und im Anschluss vernetzen wir uns beim Get Together mit Speisen und Getränken.
Albrecht Pallas
4. Vizepräsident des Sächsischen Landtages
Fachsprecher für Asyl, Datenschutz, Inneres, Integration, Landesentwicklung, Polizei, Sport, Verwaltungsmodernisierung, Wohnen und Bauen
Gerald Eisenblätter
stellvertretender Fraktionsvorsitzender
Fachsprecher für Erwachsenenbildung, Hochschule, Kindertagesstätten, Politische Bildung, Schule, Sorben
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Laura Stellbrink
Parlamentarische Geschäftsführerin und erste stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Fachsprecherin für Demokratie, Kinder, Familie, Inklusion, Medien, Tierschutz, Zusammenhalt
Sophie Koch
Fachsprecherin für Blaulicht, Europa, Gleichstellung, Jugend, Justizvollzug, Recht




