Frauenmärz: Frauen stärken, Armut bekämpfen, Engagement sichtbar machen

25.03.2026

Frauen können Kanzlerin werden, Unternehmen führen oder ins All fliegen. In vielen Bereichen haben Frauen in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte erkämpft und gestalten unsere Gesellschaft heute in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und im Ehrenamt selbstverständlich mit. Doch Gleichberechtigung ist noch nicht überall Realität.

Noch immer erleben viele Frauen Gewalt, Benachteiligung oder strukturelle Hürden – im privaten Umfeld, im Berufsleben oder im Gesundheitsbereich. Besonders hart trifft es Frauen, die ohnehin in prekären Lebenslagen stehen. Armut hat häufig ein weibliches Gesicht: Sie entsteht durch ungleiche Bezahlung, durch unbezahlte Sorgearbeit, durch Teilzeitfalle und durch fehlende soziale Absicherung.

„Armut ist weiblich. Frauen verdienen im Schnitt weniger, übernehmen den Großteil unbezahlter Sorgearbeit und arbeiten häufiger in Teilzeit. Das führt zu finanzieller Abhängigkeit – und erhöht das Risiko für Altersarmut“, sagt Sophie Koch, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag.

Die Folgen dieser strukturellen Ungleichheiten sind gravierend. Wer finanziell abhängig ist, kann sich schwerer aus gewaltvollen Beziehungen lösen. Alleinerziehende tragen ein besonders hohes Armutsrisiko. Und wer ein Leben lang schlecht oder unterbrochen beschäftigt war, ist im Alter besonders gefährdet.

Gerade deshalb sind Frauenhäuser, Beratungsstellen und andere Angebote der Frauenhilfe unverzichtbar. Sie schaffen Schutzräume, geben Halt in schwierigen Lebenslagen und eröffnen neue Perspektiven. Oft sind sie die erste Anlaufstelle für Frauen in Not – und nicht selten der erste Schritt in ein selbstbestimmtes Leben.

„Wer finanziell abhängig ist, kann sich schwerer aus gewaltvollen Beziehungen lösen. Frauenhäuser und Beratungsstellen sind deshalb kein freiwilliges Zusatzangebot, sondern ein unverzichtbarer Teil unserer sozialen Infrastruktur“, betont Koch.

Für die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag ist deshalb klar: Frauenhilfe muss verlässlich finanziert werden. Schutz und Beratung dürfen nicht vom jährlichen Haushaltsstreit abhängen.

Aktuelle Debatte

Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen – sie ist strukturell verankert und allgegenwärtig. Darauf hat die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag in einer Aktuellen Debatte eindringlich aufmerksam gemacht. Ausgangspunkt waren auch prominente Fälle von sexualisierter und digitaler Gewalt, die zeigen, wie tief das Problem reicht.

Für Laura Stellbrink, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, ist klar: „Gewalt gegen Frauen ist kein Ausnahmefall und kein Randthema. Gewalt gegen Frauen hat System. Auch in Sachsen passiert sie fast jede Stunde.“

Diese Realität sei ein Angriff auf die Grundwerte unserer Gesellschaft – und verlange eine klare politische Antwort.

Internationaler Frauentag

Der Internationale Frauentag am 8. März lenkt jedes Jahr den Blick auf diese Herausforderungen – und auf die vielen Frauen, die sich für andere einsetzen. Für die SPD-Fraktion ist er zugleich Anlass, dieses Engagement sichtbar zu machen und zu würdigen.

Deshalb verleiht die Fraktion auch in diesem Jahr ihren Frauenpreis, der bereits zum 27. Mal vergeben wird. Unter dem Motto „Frauen helfen Frauen“ werden Frauen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für andere Frauen engagieren – etwa im Gewaltschutz, in der Beratung, in der Geburtshilfe oder in Selbsthilfeprojekten.

tag der sozialen arbeit

Viele Frauen unterstützen andere Frauen – oft ganz konkret in der sozialen Arbeit. In Frauenhäusern, Beratungsstellen oder Hilfsangeboten stehen sie Betroffenen zur Seite, hören zu, beraten und helfen dabei, neue Perspektiven zu entwickeln.

Gerade für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, in Armut leben oder sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, sind diese Angebote oft die erste Anlaufstelle. Hier entsteht Unterstützung auf Augenhöhe – und häufig auch der Mut, ein selbstbestimmtes Leben zu beginnen.

Die Sprecherin für Soziales der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, Simone Lang, sagt dazu: „In der sozialen Arbeit unterstützen Frauen täglich andere Frauen – in Beratungsstellen, Frauenhäusern oder Hilfsprojekten. Dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch verlässliche politische Unterstützung. Denn Gleichstellung braucht starke soziale Infrastruktur.“