
Frauen helfen Frauen
Ein Rückblick auf die Verleihung des 27. Frauenpreises der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag
Ein berührender Abend im Zentralkino Dresden liegt hinter uns. Es war ein Abend voller Begegnungen mit wundervollen, engagierten Frauen, die eines eint: Der unermüdliche Einsatz für andere. Unter dem diesjährigen Motto „Frauen helfen Frauen“ haben wir den 27. Frauenpreis der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag verliehen.



Mit über zwanzig eingegangenen Vorschlägen wurde deutlich, wie lebendig und unverzichtbar die Frauenhilfe in Sachsen ist. Ob im Gewaltschutz, in der Beratung, der Geburtshilfe oder in Selbsthilfeprojekten – die eingereichten Projekte zeigen die enorme Bandbreite weiblicher Solidarität in unserem Land. Dass dieser Abend nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional lange nachklingen wird, lag auch an der künstlerischen Gestaltung. Elina Hanselmann begleitete die Verleihung musikalisch und verlieh dem Abend mit ihren gefühlvollen Liedern eine ganz besondere Atmosphäre.


Warum wir diesen Preis verleihen: Engagement sichtbar machen
Noch immer erleben Frauen Gewalt, Benachteiligung und strukturelle Hürden – im Privaten wie im Beruf. Angebote der Frauenhilfe schaffen hier lebenswichtige Schutzräume und neue Perspektiven. Wer Frauen unterstützt, leistet weit mehr als Hilfe im Einzelfall: Es geht um Selbstbestimmung und Teilhabe. Oft geschieht diese Arbeit im Stillen. Mit dem Frauenpreis 2026 rücken wir diesen enormen gesellschaftlichen Wert ins Scheinwerferlicht.
Unsere gleichstellungspolitische Sprecherin Sophie Koch betonte in ihrer Rede:
„Frauenhilfe ist unverzichtbar. Es gibt Situationen, in denen Betroffene sich nur Frauen anvertrauen können – etwa nach sexualisierter oder häuslicher Gewalt, aber auch während einer Schwangerschaft. Genau deshalb sind
Würdigung herausragender Leistungen
Die Vielzahl der diesjährigen Bewerberinnen machte es unserer Jury nicht leicht, die Preisträgerinnen zu bestimmen. Von Einzelkämpferinnen bis hin zu Vereinen leisten alle Frauen wertvolle Arbeit für unsere Gesellschaft. Dennoch haben wir auch gestern wieder vier Preise vergeben können, um besonderes Engagement hervorzuheben:

1. Preis: Maria Rosenblatt (Leipzig)
Als Kinderschutzkoordinatorin und stellvertretende Leiterin im Childhood-Haus Leipzig sowie ehemalige Leiterin der Interimsnotstätte des Frauenhauses Leipzig verbindet Maria Rosenblatt fachliche Expertise mit tiefer persönlicher Motivation. Die Sozialpädagogin begleitet Frauen und Kinder durch Missbrauchs- und Krisensituationen. Neben ihrer beruflichen Rolle engagiert sie sich seit fünf Jahren ehrenamtlich beim Weissen Ring, um Betroffene auf dem Weg in ein selbstbestimmtes, gewaltfreies Leben zu begleiten.

2. Preis: Grit Jandura (Dresden)
Als Geschäftsführerin des Frauenförderwerk e.V. verantwortet Grit Jandura zehn Projekte in ganz Sachsen. Trotz oft schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen steuert sie den Verein krisenfest. Zu den Initiativen gehören die Anlaufstelle für Alleinerziehende, das Landesprojekt „ALISA“ und die Girls-Day-Akademie.

3. Preis: Bettina Schneider
Bettina Schneider leistet seit Jahren uneigennützige Hilfe für Mütter in hochbelastenden familiären Konflikten. Sie kämpft für die Umsetzung der Istanbul-Konvention und hat bereits zwei erfolgreiche Verfassungsbeschwerden für Betroffene formuliert. Zudem setzt sie sich öffentlich für Frauenrechte ein und organisiert Demonstrationen vor dem Amtsgericht Dresden und dem Bundestag, um Schutzmechanismen strukturell voranzubringen.

Sonderpreis: Maria Sobczyk
Die Hebamme Maria Sobczyk wurde für ihren Einsatz rund um die selbstbestimmte, gewaltfreie Geburt geehrt. Sie begleitet Frauen in der existenziellen Phase von Schwangerschaft und Wochenbett mit Empathie und fachlicher Kompetenz. Ihr Engagement trägt maßgeblich dazu bei, dass Frauen diese Lebensphasen geschützt und autonom erleben können.
Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgerinnen und allen Nominierten
Der Abend zeigte die beeindruckende Breite der sächsischen Frauenlandschaft. Jede einzelne Nominierung ist ein Zeugnis für gelebte Solidarität:
- Teresa Sprenger (Fundación FRIESE): Empowerment von Frauen mit Behinderung durch ökologische Bildung und das Teeprojekt „Aromatízate“.
- Jana Schmalisch (DVMB Sachsen): Unermüdliche Aufklärung über geschlechtsspezifische Aspekte von Morbus Bechterew im hohen Ehrenamt.
- Doreen Urban-Kern (Werdau): Langjährige Leitung des Montessori-Kindergartens und Engagement für das soziale Miteinander im Ortschaftsrat.
- Beatrice Hegmann (Johanniter): Entwicklung wegweisender Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt und Mentoring für Frauen in Führung.
- Projekt „SieWo“ (Leipzig): Modellprojekt zur Vermittlung von sicherem Wohnraum an Frauen nach häuslicher Gewalt.
- Eileen Körner (Dresden): Einsatz für geflüchtete Frauen und Gendergerechtigkeit in der Laurentius-Kirchgemeinde.
- Nicole Scheibe (Görlitz): Vorbild in Sachen Solidarität, von der Gewerkschaftsarbeit bis zur Unterstützung älterer Mitbürgerinnen.
- LAG Sexualisierte Gewalt e.V.: Landesweiter Dachverband zur Stärkung der Prävention und Fachpraxis in Sachsen.
- Stefanie Rüger (Pflegedienstleitung): Vorbild für ein wertschätzendes Arbeitsklima und echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
- Dr. Kerstin Ulbicht & Team (Coswig): Ganzheitliche gynäkologische Betreuung und Prävention in jeder Lebensphase.
- Grit Stephan (Atelier Frauenvielfalt): Ein Jahrzehnt leidenschaftliches Engagement für die Integration migrantischer Frauen.
- Bellis e.V. (Leipzig): Pioniere der vertraulichen Spurensicherung nach Gewalt im Freistaat Sachsen.
- SAIDA International e.V.: Spezialisierte Hilfe für Betroffene von Genitalverstümmelung und präventiver Kinderschutz.
- NURA.Leipzig e.V.: Intersektionale Arbeit zur sexuellen Gesundheit und Förderung der Chancengleichheit von Migrantinnen.
- Eva Hesse: Schaffung geschützter Räume durch spezielle Frauen-Schwimmkurse zur Stärkung von Mut und Gemeinschaft.
Dieser Rückblick zeigt: Frauenhilfe in Sachsen ist vielfältig, professionell und oft mutig gegen den Strom. Wir danken allen Frauen, die diesen Abend – und unsere Gesellschaft – so bereichert haben. Solidarität ist unsere stärkste Antwort auf Ungerechtigkeit.
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