Heute veröffentlichte das Sächsische Kultusministerium aktuelle Zahlen zu Neueinstellungen von Lehrern in Sachsen.

Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Friedel:

„Ich pflichte meinem CDU-Kollegen Lothar Bienst bei: Die Zeiten des politischen Klein-Klein müssen endgültig vorbei sein. Sachsen braucht ein Gesamtkonzept, um den Lehrermangel zu beheben. Dabei geht es um attraktive Arbeitsbedingungen für neue und gestandene Lehrkräfte. Und darüber hinaus um eine klare Planung und genügend Ausbildungsplätze.
Wir dürfen nie vergessen: Wir treffen Zukunftsentscheidungen für unseren Freistaat. Unser Horizont ist nicht 2019, sondern die nächsten zehn, fünfzehn Jahre.

Wir müssen heute die Lehrerausbildung der Universitäten absichern, damit wir morgen genügend ausgebildete Lehrkräfte haben.
Wir müssen heute die Ausbildung regionalisieren, damit morgen Lehrkräfte in die ländlichen Räume gehen.
Und wir müssen heute zusätzliches Personal für die nichtpädagogischen Aufgaben an unseren Schulen einstellen, um die Lehrkräfte zu entlasten.

Wie wichtig eine langfristige Perspektive ist, zeigen die heute veröffentlichten Einstellungszahlen. Denn sie sind Ergebnis einer politischen Fehlentscheidung: Während sonst im Einstellungsverfahren immer zwischen 500 und 900 ausgebildete Referendare zur Verfügung standen, sind es jetzt, im Februar 2018, rund 20. Grund dafür ist die planlose Umstellung und Rückumstellung des Referendariats vor einigen Jahren.

Dass es dem Landesamt für Schule und Bildung trotzdem gelungen ist, über 300 grundständig ausgebildete Lehrkräfte einzustellen, ist aus unserer Sicht eine gute Leistung.
Wir sind zuversichtlich, dass ein solches Gesamtkonzept gelingen kann. Ein Konzept, das einerseits die Probleme kurzfristig lindert. Und andererseits Lösungen formuliert, die nicht nur wenige Monate tragen, sondern für die nächsten Jahre vernünftig sind. Daran haben beide Koalitionspartner ein großes Interesse.”