Sabine Frie­del, bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag, zur Ver­ab­schie­dung des Bil­dungs­stär­kungs­ge­set­zes:

„Sach­sen schafft das Schul­geld für Erzie­he­rin­nen und Erzie­her ab. Nach­dem vor eini­gen Jahren die Pfle­ge­aus­bil­dung kos­ten­frei wurde, regeln wir das jetzt für eine wei­te­re wich­ti­ge Berufs­grup­pe. Die Mehr­heit dafür steht“, blickt SPD-Bil­dungs­ex­per­tin Sabine Frie­del auf die mor­gi­ge Land­tags­sit­zung voraus.

„Dieser Schritt war längst über­fäl­lig, sind doch die sozia­len Berufe für unsere Gesell­schaft enorm wich­tig. Ihren Dienst am Men­schen kann keine Digi­ta­li­sie­rung erset­zen. Wir wollen diese Berufe weiter stär­ken und sind froh um jeden Schritt.“

Im Laufe der Bera­tun­gen hat die Koali­ti­on den Ent­wurf des Bil­dungs­stär­kungs­ge­set­zes wei­ter­ent­wi­ckelt und einen Ände­rungs­an­trag for­mu­liert. Dieser sieht unter ande­rem vor, neben der Erzie­her­aus­bil­dung auch die Aus­bil­dung in der Hei­ler­zie­hungs­pfle­ge kos­ten­frei zu stel­len. Damit kann die Inklu­si­on in der früh­kind­li­chen Bil­dung weiter vor­an­ge­bracht werden.

„Das war erst aus finan­zi­el­len Grün­den nicht mög­lich. Inzwi­schen ist es aber gelun­gen, diese Mittel aus dem SPD-Budget des ‘Start2020’-Programms bereit­zu­stel­len. So wird rück­wir­kend zum August 2020 auch diese Aus­bil­dung schul­geld­frei und damit eine For­de­rung zahl­rei­cher Ver­bän­de umge­setzt.“

„Mit dem Bil­dungs­stär­kungs­ge­setz führen wir außer­dem ein ver­bind­li­ches Fach­kräf­te-Moni­to­ring ein. Dies wird in Zukunft helfen, Bedar­fe früh­zei­tig zu erken­nen, um so eine lang­fris­ti­ge Fach­kräf­te-Stra­te­gie zu ent­wi­ckeln. Wir haben im Ände­rungs­an­trag noch­mals klar­ge­stellt, dass unser Anspruch wei­ter­hin gut aus­ge­bil­de­te und hoch qua­li­fi­zier­te Päd­ago­gen sind. Als Refe­renz­punkt für die Bedarfs­pla­nung haben wir daher den Erzie­her­be­ruf mit einer Aus­bil­dung auf Niveau­stu­fe 6 des Deut­schen Qua­li­fi­ka­ti­ons­rah­mens defi­niert.“

„Um kurz­fris­tig auf den bestehen­den Fach­kräf­te­man­gel reagie­ren zu können, wird der bereits im Krip­pen-Bereich prak­ti­zie­re Ein­satz von Assis­tenz­kräf­ten auch im Kin­der­gar­ten und Hort ermög­licht. Im Nach­gang der Anhö­rung hat die Koali­ti­on auch in diesem Bereich nach­ge­schärft. Klar ist, dass die Vor- und Nach­be­rei­tungs­zeit auch für Assis­tenz­kräf­te gilt und die 20-Pro­zent-Grenze je Ein­rich­tung gilt. Zugleich wird mit dem Ein­satz von Assis­tenz­kräf­ten ein Qua­li­fi­zie­rungs­an­spruch ver­bun­den. Ziel muss es sein, dass sich die päd­ago­gisch vor­qua­li­fi­zier­ten Assis­tenz­kräf­te berufs­be­glei­tend zur Erzie­he­rin bezie­hungs­wei­ses zum Erzie­her fort­bil­den können. Dies wird das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­ver­ord­nung regeln. Und bei der Über­ar­bei­tung der Qua­li­fi­ka­ti­ons­ver­ord­nung sollte es auch zur Öff­nung für wei­te­re Berufs­grup­pen kommen. So soll­ten Tanz‑, Musik‑, Thea­ter- oder Kunst­päd­ago­gen als Fach­kräf­te in Kitas mit ent­spre­chen­den Kon­zep­ten ein­ge­setzt werden können.“