Am 15. Juli wird der Säch­si­sche Land­tag das „Gesetz zur Ein­füh­rung der Gemein­schafts­schu­le” ver­ab­schie­den. Damit wird künf­tig auch in Sach­sen länger gemein­sam gelernt. Die Ent­schei­dung über den Schul­ab­schluss und damit über die Frage ‚Lehre oder Stu­di­um’ muss nicht mehr nach der vier­ten Klasse fallen.

Das war der Wunsch zahl­rei­cher Bür­ge­rin­nen und Bürger. Mehr als 50.000 Men­schen haben den Volks­an­trag „Län­ge­res gemein­sa­mes Lernen in Sach­sen” des Bünd­nis­ses „Gemein­schafts­schu­le in Sach­sen” unter­stützt.

„Gute Schule ist nicht allein eine Frage der Schul­art. Es ist vor allem eine Frage der Schul­kul­tur und der päd­ago­gi­schen Qua­li­tät.”

Sabine Frie­del

bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag

Dass der Volks­an­trag nicht unver­än­dert über­nom­men wird, ist für manche völlig unver­ständ­lich, für andere zwin­gend. Das ist logisch, denn: In einer Frage, über die in unse­rem Land jahr­zehn­te­lang erbit­tert gestrit­ten wurde, braucht es am Ende einen poli­ti­schen Kom­pro­miss. 

Die Koali­ti­on greift den Volks­an­trag auf. Und ja, die Koali­ti­on setzt engere Gren­zen als der Volks­an­trag. Bei man­chen bestan­den eben Sorgen mit Blick auf die Qua­li­tät oder die Stand­ort­si­cher­heit ein­zel­ner Schu­len. Diese Sorgen können wir mit den Ände­run­gen ent­kräf­ten. Zwei Dinge werden damit sicher­ge­stellt:

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  1. Das Abitur einer Gemein­schafts­schu­le ist genau­so viel wert wie das eines Gym­na­si­ums und
  2. das län­ge­re gemein­sa­me Lernen sorgt gerade im länd­li­chen Raum für ein dich­tes Schul­netz.

Die Umset­zung des Volks­an­trags ist der vor­letz­te Schritt auf einem langen Weg.

Der letzte Schritt besteht natür­lich darin, ganz prak­tisch Gemein­schafts­schu­len zu grün­den. Und auch im länd­li­chen Raum mit der Ober­schu­le+ das län­ge­re gemein­sa­me Lernen umzu­set­zen.

Wir wissen bereits von einer Reihe Schu­len, die sich auf den Weg machen wollen.

Ist jetzt end­lich alles gut im säch­si­schen Schul­sys­tem? Nein, wich­tig bleibt: Gute Schule ist nicht allein eine Frage der Schul­art. Es ist vor allem eine Frage der Schul­kul­tur und der päd­ago­gi­schen Qua­li­tät. Auch des­halb ist es sinn­voll, den jahr­zehn­te­lan­gen Streit um die Gemein­schafts­schu­le in Sach­sen nun end­lich zu been­den und einen Schul­frie­den her­zu­stel­len. So können wir uns auf die not­wen­di­gen Ver­än­de­run­gen bei den Inhal­ten von Schule kon­zen­trie­ren.

„Langer Atem lohnt sich. Wir haben uns 2004 auf den Weg zur Gemein­schafts­schu­le gemacht. Nach vielen klei­nen Schrit­ten und eini­gen Rück­schlä­gen werden sie nun end­lich in Sach­sen mög­lich.”

Martin Dulig

stell­ver­tre­ten­der Minis­ter­prä­si­dent

Warum die Gemein­schafts­schu­le wich­tig und rich­tig ist, hat Martin Dulig im letz­ten Jahr in einem Per­spek­ti­ven­ar­ti­kel in der Säch­si­schen Zei­tung erläu­tert – der immer noch Gül­tig­keit besitzt:

Der Weg zur Gemeinschafts­­schule in Sach­sen.

Der Weg bis zur Gemein­schafts­schu­le war lang. Schon 1990 plä­dier­te auch die SPD für das län­ge­re gemein­sa­me Lernen und gegen die Über­nah­me des west­deut­schen geglie­der­ten Schul­sys­tems. Nach der Land­tags­wahl 2004 konn­ten wir erst­mals neun Gemein­schafts­schu­len ein­füh­ren.

Die erfolg­rei­chen Modell­pro­jek­te wurden jedoch fünf Jahre später von der CDU/FDP-Regie­rung wieder abge­schafft. Mit der erneu­ten Regie­rungs­zeit der SPD 2014 bis 2019 wurden im Schul­ge­setz zwei Gemein­schafts­schu­len ver­an­kert und ins­ge­samt die Durch­läs­sig­keit im Schul­sys­tem erhöht.

Nun erhält die Schul­art Gemein­schafts­schu­le end­lich einen Stamm­platz im Schul­ge­setz.

2004

Die SPD tritt mit dem Ziel, in Sach­sen eine Gemein­schafts­schu­le ein­zu­füh­ren, zur Land­tags­wahl an. 

Herbst 2004

Im Koali­ti­ons­ver­trag der ersten Koali­ti­on von CDU und SPD wird ein Modell­ver­such Gemein­schafts­schu­le ver­ein­bart.

2006

Der Modell­ver­such beginnt mit neun Gemein­schafts­schu­len: in Zittau, Chem­nitz, Dres­den, Cune­wal­de, Geit­hain, Moritz­burg, Oeder­an, Zscho­pau und Leip­zig.

2009

Nach der Land­tags­wahl wickelt die neue Regie­rung von CDU und FDP den Modell­ver­such trotz her­vor­ra­gen­der Ergeb­nis­se in der wis­sen­schaft­li­chen Eva­lua­ti­on und großer Akzep­tanz bei Eltern, Schü­lern und Leh­rern ab.

2011

Mit dem schwarz-gelben Kür­zungs­haus­halt orga­ni­siert die CDU-FDP-Regie­rung einen enor­men Leh­rer­man­gel an Sach­sens Schu­len, der die nächs­ten Jahre der Schul­po­li­tik prägen wird. Als ein­zi­ges bil­dungs­po­li­ti­sches Pro­jekt benen­nen CDU und FDP die Mit­tel­schu­len in Ober­schu­len um.

2014

Nach der Land­tags­wahl und einem erneu­ten Regie­rungs­ein­tritt der SPD erfolgt im Koali­ti­ons­ver­trag keine Eini­gung auf die Gemein­schafts­schu­le.

2016

Die Regie­rung von CDU und SPD novel­liert das Schul­ge­setz umfas­send. Die beiden im Schul­ver­such ver­blie­be­nen  Gemein­schafts­schu­len – das Chem­nit­zer Schul­mo­dell und die Nach­bar­schafts­schu­le Leip­zig – werden dau­er­haft gesetz­lich gesi­chert.

2018

Durch ein Bünd­nis, an dem sich auch die SPD betei­ligt, wird ein Volks­an­trag „Län­ge­res gemein­sa­mes Lernen in Sach­sen“ initi­iert. Ziel ist es, die Gemein­schafts­schu­le mit­tels Volks­ge­setz­ge­bung durch­zu­set­zen.

2019

Die SPD tritt mit dem Ziel, in Sach­sen eine Gemein­schafts­schu­le ein­zu­füh­ren, zur Land­tags­wahl an. 

Sommer 2019

Das Bünd­nis „Gemein­sam länger lernen in Sach­sen” sam­melt über 50.000 Unter­schrif­ten. Der Volks­an­trag muss daher nach der Land­tags­wahl im Land­tag behan­delt werden.

Die SPD macht die Ein­füh­rung der Gemein­schafts­schu­le zur Bedin­gung für eine neue Koali­ti­on.

Herbst 2019

Nach der Land­tags­wahl wird ein Kom­pro­miss zur Ein­füh­rung der Gemein­schafts­schu­le im Koali­ti­ons­ver­trag von CDU, Grünen und SPD ver­ein­bart.

2020

Im Januar begin­nen die Bera­tun­gen zum Gesetz­ent­wurf des Volks­an­tra­ges. Erst­mals erhält die Ver­trau­ens­per­son Rede­recht zur 1. Lesung im Säch­si­schen Land­tag.

Im Mai werden der Volks­an­trag und die vor­ge­schla­ge­nen Ände­run­gen öffent­lich im Aus­schuss für Schule und Bil­dung ange­hört. 

Juli 2020

Im Juli sind die Bera­tun­gen zum Gesetz­ent­wurf für die Gemein­schafts­schu­le abge­schlos­sen. Die finale Abstim­mung im Plenum ist am 15. Juli 2020.

Die neue säch­si­sche  Gemeinschafts­­schule.

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Kom­pro­miss Gemein­schafts­schu­le

Die Eini­gung zur Gemein­schafts­schu­le ist ein Kom­pro­miss.  Es ist uns gelun­gen, die Gräben zu über­brü­cken, Einig­keit zu finden und einen Schul­frie­den her­zu­stel­len. Unser gemein­sa­mer Wille heißt: Wir ermög­li­chen das län­ge­re gemein­sa­me Lernen.

 Künf­tig müssen also Eltern und Kinder nicht schon nach der 4. Klasse über die wei­te­re Schul­lauf­bahn – also Ober­schu­le oder Gym­na­si­um – ent­schei­den. Gemein­schafts­schu­len wird es über­all geben können – in Groß­städ­ten, in den Mit­tel­zen­tren und im länd­li­chen Raum. Mit einer jeweils eige­nen Lösung, die sowohl die Bil­dungs­qua­li­tät sichert als auch Stand­ort­si­cher­heit im Schul­netz garan­tiert.

Mit der regu­lä­ren Gemein­schafts­schu­le von Klasse 1 bis 12 wird beson­ders in den Städ­ten eine leis­tungs­fä­hi­ge Schul­art geschaf­fen, an der alle Abschlüs­se erreicht werden können. Sie wird in den Groß­städ­ten vier­zü­gig sein. In den Mit­tel­zen­tren kann sie auch drei­zü­gig star­ten. Und mit der Ober­schu­le+ gibt es die Chance, das län­ge­re gemein­sa­me Lernen flä­chen­de­ckend in ganz Sach­sen auch im länd­li­chen Raum zu eta­blie­ren.

„Wir werden den mit dem Volks­an­trag vor­ge­leg­ten Gesetz­ent­wurf im par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren zügig, voll­stän­dig und in Abstim­mung mit den Ver­trau­ens­per­so­nen des Volks­an­tra­ges bera­ten und die Ein­rich­tung von Gemein­schafts­schu­len in Sach­sen ermög­li­chen.“

Koali­ti­ons­ver­trag von CDU, BÜND­NIS 90/DIE GRÜNEN und SPD

Gemein­schafts­schu­le

1. bis 12. Klasse an einer Schule

5. bis 12. an einer Schule in Koope­ra­ti­on mit einer Grund­schu­le

min­des­tens 4‑zügige 5. Klasse in großen Städ­ten

außer­halb von Ober­zen­tren auch 3‑zügig mög­lich

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Eine Gemein­schafts­schu­le umfasst die Klas­sen 1 bis 12 (Pri­mar­stu­fe sowie Sekun­dar­stu­fen I und II). Gemein­schafts­schu­len können auch ohne eigene Pri­mar­stu­fe ein­ge­rich­tet werden, wenn sie mit benach­bar­ten Grund­schu­len feste Koope­ra­tio­nen ein­ge­hen.

Schü­le­rin­nen und Schü­ler können an der Gemein­schafts­schu­le alle all­ge­mein­bil­den­den Schul­ab­schlüs­se bis hin zur all­ge­mei­nen Hoch­schul­rei­fe erwer­ben.

Eine Bil­dungs­emp­feh­lung nach der vier­ten Klasse braucht es nicht mehr. Die freie Schul­wahl nach Abschluss der Pri­mar­stu­fe wird garan­tiert und ein Schul­wech­sel von und zur Gemein­schafts­schu­le wird ermög­licht. 

Gemein­schafts­schu­len können vom Schul­trä­ger neu gegrün­det werden oder durch Neu­kon­sti­tu­ti­on aus einer oder meh­re­ren bestehen­den Grund­schu­len, Ober­schu­len bzw. Gym­na­si­en ent­ste­hen. Für die Neu­kon­sti­tu­ti­on bedarf es eines päd­ago­gi­schen Kon­zep­tes und der jewei­li­gen Zustim­mung des Schul­trä­gers sowie der Schul­kon­fe­renz und damit inzi­dent auch der Leh­rer­kon­fe­renz; benach­bar­te Schul­trä­ger sollen ange­hört werden. 

Eine Gemein­schafts­schu­le kann ein­ge­rich­tet werden, wenn sicher­ge­stellt ist, dass diese in der Klas­sen­stu­fe 5 min­des­tens über vier Klas­sen­zü­ge, also 80 Schüler*innen, ver­fügt. Außer­halb der Ober­zen­tren kann die Klas­sen­stu­fe 5 drei­zü­gig ein­ge­rich­tet und in den nach­fol­gen­den Klas­sen- und Jahr­gangs­stu­fen fort­ge­führt werden. Von einem sol­chen Abwei­chen darf nicht in drei auf­ein­an­der­fol­gen­den Schul­jah­ren Gebrauch gemacht werden.

Der Gemein­schafts­schu­le liegt ein von der Lehrer- und von der Schul­kon­fe­renz bestä­tig­tes päd­ago­gi­sches Kon­zept (Schul­pro­gramm) zugrun­de. Der leis­tungs­dif­fe­ren­zier­te Unter­richt erfolgt abschluss­be­zo­gen nach den Lehr­plä­nen der Bil­dungs­gän­ge ent­spre­chend den ein­schlä­gi­gen KMK-Vor­ga­ben.

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Ober­schu­le Plus

1. bis 10. Klasse im länd­li­chen Raum

5. bis 10. Klasse in Koope­ra­ti­on mit einer Grund­schu­le

leich­ter Über­gang zur Sekun­dar­stu­fe II des Gym­na­si­ums

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Für Schul­stand­or­te im länd­li­chen Raum werden Ober­schu­len mit beson­de­rem päd­ago­gi­schen Profil „Län­ge­res gemein­sa­mes Lernen“ („Ober­schu­le+“) ermög­licht. „Ober­schu­len+“ bestehen aus Ober­schu­len mit ver­bun­de­ner Grund­schu­le und ermög­li­chen so das gemein­sa­me Lernen von Klas­sen­stu­fe 1 bis 10. Sie ver­fü­gen über eine gemein­sa­me Schul­lei­tung und ein gemein­sa­mes Leh­rer­kol­le­gi­um. Nach ihrem päd­ago­gi­schen Kon­zept bieten die „Ober­schu­len+“ sowohl von der Dif­fe­ren­zie­rung abwei­chen­de als auch ergän­zen­de Bil­dungs­in­hal­te zur Erleich­te­rung des Über­gangs an ein Gym­na­si­um an. Sie ermög­li­chen den Erwerb eines Real­schul­ab­schlus­ses. Der Erwerb der Hoch­schul­rei­fe ist über den anschlie­ßen­den Besuch eines Gym­na­si­ums oder eines beruf­li­chen Gym­na­si­ums mög­lich. In „Ober­schu­len+“ oder beim Wech­sel auf eine „Ober­schu­le+“ bedarf es keiner Bil­dungs­emp­feh­lung. „Ober­schu­len+“ können außer­halb von Mittel- und Ober­zen­tren ein­ge­rich­tet werden und ver­fü­gen über maxi­mal zwei Klas­sen­zü­ge. Die Bil­dung einer „Ober­schu­le+“ bedarf der jewei­li­gen Zustim­mung des Schul­trä­gers sowie der Schul­kon­fe­renz und damit inzi­dent auch der Leh­rer­kon­fe­renz; benach­bar­te Schul­trä­ger sollen ange­hört werden.

Oberschule/​Gymnasium

Die bis­he­ri­gen Schul­for­men Ober­schu­le und Gym­na­si­um nach der Grund­schu­le gibt es neben der Gemein­schafts­schu­le auch wei­ter­hin. Die För­der­schu­len blei­ben ebenso unbe­rührt.

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Ent­schlie­ßungs­an­trag

Die geplan­te Umset­zung des Volks­an­trags ist der vor­letz­te Schritt auf einem langen Weg. Der letzte Schritt besteht natür­lich darin, ganz prak­tisch Gemein­schafts­schu­len zu grün­den. Und auch im länd­li­chen Raum mit der Ober­schu­le+ das län­ge­re gemein­sa­me Lernen umzu­set­zen. 

Wir wissen bereits von einer Reihe Schu­len, die sich auf den Weg machen wollen. Des­halb ist eine Unter­stüt­zung durch das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um nötig, damit die Ideen umge­setzt werden können. Mit unse­rem Ent­schlie­ßungs­an­trag stel­len wir sicher, dass inter­es­sier­te Lehr­kräf­te Fort­bil­dun­gen erhal­ten, die Eltern und Schü­ler in Grün­dungs­pro­zes­se ein­be­zo­gen und die Schu­len fach­lich beglei­tet werden.

Bünd­nis Gemein­schafts­schu­le

Dass jetzt die Gemein­schafts­schu­le kommt, ist maß­geb­lich dem Bünd­nis “Gemein­schafts­schu­le in Sach­sen – Länger gemein­sam Lernen” zu ver­dan­ken, das den Volks­an­trag initi­iert und über 50.000 Unter­schrif­ten gesam­melt hat.

Häu­fi­ge Fragen und Ant­wor­ten

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Wurde der Volks­an­trag “ver­stüm­melt”

Das liegt immer im Auge des Betrach­ters. Wir halten es für besser, mit einem Kom­pro­miss vor­an­zu­kom­men als mit der reinen Lehre unter­zu­ge­hen. Mit ande­ren Worten: Ohne einen Kom­pro­miss würde es die Gemein­schafts­schu­le im neuen Schul­ge­setz nicht geben. Es mag nur ein Spatz in der Hand sein und nicht die Taube. Doch die Taube auf dem Dach zu erle­gen, hat seit drei­ßig Jahren nicht funk­tio­niert.

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Wann können die ersten Gemein­schafts­schu­len star­ten?

Ab dem 1. August 2020 gilt das neue Schul­ge­setz. Theo­re­tisch also … ab sofort, unver­züg­lich ;-).

Für die inhalt­li­che und orga­ni­sa­to­ri­sche Vor­be­rei­tung soll­ten inter­es­sier­te Schu­len, Schul­trä­ger oder Eltern jedoch min­des­tens ein Jahr vor dem geplan­ten Start ein­rech­nen, schließ­lich muss ein Schul­pro­gramm geschrie­ben werden..

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Wie viele Gemein­schafts­schu­len wird es geben?

Schul­ent­wick­lung ist keine Sache, wo man eben mit dem Finger schnippt. Wir hoffen, dass es viele Schu­len gibt, die sich auf den Weg machen. Wenn es gelingt, in den nächs­ten drei, vier Jahren eine zwei­stel­li­ge Anzahl von Gemein­schafts­schu­len zum Leben zu erwe­cken, dann freuen wir uns sehr.

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Sind die Kri­te­ri­en nicht zu streng? Sind Gemein­schafts­schu­len auf dem Land über­haupt mög­lich?

Ob die Kri­te­ri­en “zu streng” sind oder nicht, das lässt sich ja vor allem mit einem Blick auf die Zahlen beant­wor­ten: Wir haben in Sach­sen rund 280 Ober­schu­len. Mehr als 30 davon ent­spre­chen den Zügig­keits­kri­te­ri­en für die Mittel- und Ober­zen­tren. Und mehr als 120 davon denen in Unter­zen­tren.

Das heißt: Mehr als die Hälfte aller Ober­schu­len – unge­fähr 150 – können den Weg zur Gemein­schafts­schu­le ohne Hürden gehen. Diese Zahlen zeigen: Der wich­tigs­te Schritt liegt nicht im Gesetz. Den wich­tigs­ten Schritt müssen die Men­schen vor Ort tun. Wir glau­ben an die Kraft der Idee und hoffen, dass sich viele Schu­len auf den Weg machen.

Eine aus­führ­li­che FAQ zur Gemein­schafts­schu­le gibt es auf der Seite des Bünd­nis­ses „Gemein­schafts­schu­le in Sach­sen”

Was es dafür braucht, ist eine Vision, langer Atem und eine Poli­tik, die über Legis­la­tur­pe­ri­oden hinaus denkt.

Sabine Frie­del

bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin

Stell Dir vor, in Sach­sens Schu­len würde man fürs Leben lernen statt für Klau­su­ren…

Es gäbe zwei Lehr­kräf­te pro Klasse. Viele Unter­richts­stun­den fänden drau­ßen statt, in der Natur, in Hand­werks­be­trie­ben oder sozia­len Ein­rich­tun­gen.

Stell Dir vor, es gäbe keine star­ren Fächer mehr. In Grup­pen wird an aktu­el­len Themen und Pro­ble­men gelernt, von Kli­ma­wan­del über Gesund­heits­för­de­rung bis hin zu Unter­neh­mens­füh­rung und Lebens­phi­lo­so­phie.

Stell Dir vor, die Kinder würden nicht sor­tiert in Ober­schu­le und Gym­na­si­um. Die Schule unter­rich­tet alle zusam­men, jede und jeden nach seinen Fähig­kei­ten und Nei­gun­gen. Die Talen­te und Inter­es­sen des ein­zel­nen Kindes stehen im Mit­tel­punkt. In seinen Stär­ken findet es Her­aus­for­de­rung und Moti­va­ti­on und in seinen Schwä­chen Hilfe und Unter­stüt­zung.

Stell Dir vor, am Ende der Schul­zeit weiß jeder junge Mensch: Wer bin ich? Was treibt mich an? Was kann ich beson­ders gut? Und was wird mich durchs Leben tragen?

Unsinn? Utopie? Uner­reich­bar? Nein.

So können unsere Schu­len werden. Davon bin ich über­zeugt.

Was es dafür braucht, ist eine Vision, langer Atem und eine Poli­tik, die über Legis­la­tur­pe­ri­oden hinaus denkt. Mit diesem langen Atem haben wir nun end­lich die Gemein­schafts­schu­le in Sach­sen ein­ge­führt. Jetzt ist Schul­frie­den – und end­lich Zeit für neue, für inhalt­li­che Debat­ten! 

Jetzt ist es Zeit, neue Wege zu gehen. Unsere Schu­len sollen Lern­freu­de ver­mit­teln, Per­sön­lich­kei­ten bilden, Selbst­stän­dig­keit, Team­ar­beit und kri­ti­sches Denken för­dern und prak­ti­sche Erfah­rung zulas­sen.

Mehr dazu? Dann ein­fach mal auf www​.sabine​-frie​del​.de vor­bei­schau­en.