Im Vorfeld des heutigen Fachdialogs »Weniger Handy. Mehr Digitalisierung. Stärkere Kompetenzen« („Handygipfel“) des Kultusministers warnt der SPD-Bildungspolitiker Gerald Eisenblätter vor vorschnellen Entscheidungen.
„Ich befürchte, dass sich der Kultusminister beim pauschalen Handyverbot an Grundschulen verrennt. Es gibt angemessenere Mittel, die Probleme mit Handys an den Schulen in den Griff zu bekommen“, erklärte Eisenblätter. Er hoffe, dass beim Fachdialog nicht nur fertige Maßnahmen präsentiert würden, sondern eine ernsthafte Debatte geführt werde.
Schulen nicht zum Sündenbock machen
Ein pauschales Handyverbot klinge auf den ersten Blick nach einer einfachen Lösung, sei aber keine nachhaltige Antwort. „Das steht genau für die Regulierungswut, gegen die sich der Minister an anderer Stelle gerne wehrt. Schulen werden damit einmal mehr zum Sündenbock und sollen die Probleme unserer Gesellschaft lösen“, so Eisenblätter. Die eigentliche Bildschirmzeit entstehe nicht nur in der Schule, sondern auch auf dem Schulweg, in der Freizeit und zu Hause.
Entscheidung vor Ort und im Dialog
Anstatt den Schulen von oben Vorschriften zu machen, plädiert Eisenblätter dafür, Entscheidungen über die Handynutzung gemeinsam mit Eltern und Schüler:innen vor Ort zu treffen. „Ein Verbot per Anordnung schafft keine Akzeptanz, sondern eher das Gegenteil“, betonte er.
Dabei verweist der SPD-Politiker auf die Ergebnisse des Dialogprozesses »Bildungsland Sachsen 2030«. Dort haben Lehrkräfte, Eltern, Schüler:innen, Wissenschaft und Verwaltung bereits Empfehlungen zum Umgang mit Smartphones erarbeitet und Kompromisse erzielt. „Diese Ergebnisse gilt es nun in die Praxis zu bringen – statt sie durch neue Schnellschüsse zu übergehen.“
Medienkompetenz statt Verbote
Eisenblätter fordert den Kultusminister auf, endlich eine verbindliche und ressortübergreifende Strategie zur Förderung digitaler und sozialer Medienkompetenzen vorzulegen. „Das steht im Koalitionsvertrag – und nur so können Bildungsqualität, Chancengerechtigkeit und demokratische Teilhabe gesichert werden.“

