impfen

Vor dem Hin­ter­grund der aktu­ell ver­mehrt auf­tre­ten­den Masern-Erkran­kun­gen und der For­de­rung, eine all­ge­mei­ne Impf­pflicht ein­zu­füh­ren, beab­sich­ti­gen die Gesund­heits­po­li­ti­ker der Koali­ti­ons­frak­tio­nen von CDU und SPD, die Impf­be­reit­schaft in Sach­sen auf den Prüf­stand zu stel­len.

Dagmar Neu­kirch, Par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­re­rin und gesund­heits­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag, sagt dazu:

„Impfen ist Pflicht. Eine mora­li­sche auf jeden Fall. Über eine gesetz­li­che sollte man spre­chen, aber  keine über­stürz­ten Ent­schei­dun­gen tref­fen. Was es vor allem braucht, sind noch weiter ver­bes­ser­te Infor­ma­tio­nen und Auf­klä­rung, sodass den Men­schen mög­li­che Ängste genom­men werden. Dabei soll­ten beson­ders die Ärz­tin­nen und Ärzte die Chan­cen bekom­men, Impflü­cken leich­ter zu erken­nen und zu behe­ben. Beson­ders im Erwach­se­nen­al­ter. Eine Mög­lich­keit dazu wäre, den Impf­sta­tus auf der Gesund­heits­kar­te zu spei­chern.“

Dazu erklärt Oliver Wehner, gesund­heits­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU-Frak­ti­on des Säch­si­schen Land­ta­ges:

„Die aktu­el­le Dis­kus­si­on um eine all­ge­mei­ne Impf­pflicht in Deutsch­land sollte nach­hal­ti­ger geführt werden. Ein ein­fa­ches ‚Ja‘ zur Ein­füh­rung einer Impf­pflicht ließe sich sowie­so nicht so schnell umset­zen. Ein Ein­griff in die Per­sön­lich­keits­rech­te muss dezi­diert abge­wo­gen werden. Ich bin froh dar­über, dass in Anbe­tracht der der­zei­ti­gen Masern-Dis­kus­si­on viele Eltern sen­si­bi­li­siert werden, den Impf­schutz ihrer Kinder zu über­prü­fen. Sollte sich aller­dings auf Dauer eine Durch­imp­fungs­ra­te von unter 90 Pro­zent ein­stel­len, sehe ich eine Impf­pflicht für Kinder in Gemein­schafts­ein­rich­tung als rich­ti­gen Schritt zu mehr Gesund­heit in Sach­sen. Aber ins­be­son­de­re ist die abneh­men­de Durch­imp­fungs­ra­te unter Erwach­se­nen ein Pro­blem, dem wir uns widmen werden.“

Die Regie­rungs­ko­ali­ti­on beab­sich­tigt dazu einen gemein­sa­men Antrag in den Land­tag ein­zu­brin­gen.