Einmal im Jahr reiben sich sächsische Schüler:innen, Eltern, Lehrer:innen und Bildungspolitiker:innen verwundert die Augen. Nämlich immer dann, wenn die Propagandamaschine der Arbeitgeberlobby, die so genannte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), ihren Bildungsmonitor vorlegt und de immerrselbe Chor ein lautes Lied des Eigenlobs anstimmt.
Auch in diesem Jahr bescheinigt die INSM dem Freistaat gute Ergebnisse: Sachsen landet im bundesweiten Vergleich erneut auf den vorderen Plätzen. Für den bildungspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, Gerald Eisenblätter, ist das jedoch kein Grund zur Selbstzufriedenheit.
„Ja, im Vergleich zu anderen Bundesländern steht Sachsens Bildung besser da. Aber das ist vor allem das Verdienst der Erzieher:innen, Lehrer:innen, Schulassistent:innen und Sozialarbeiter:innen, die unter den gegebenen Umständen bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit das Beste für die Kinder und Jugendlichen herausholen. Dafür gebührt ihnen unser Dank“, betonte Eisenblätter.
Wachsende Risikogruppen und Verbesserungspotential bei der Schulabbrecherquote machten deutlich, was die Hausaufgaben sind. Auch die rote Laterne bei der Fachkraft-Kind-Relation in der Kita und eine der schlechtesten Schüler-Lehrer-Relationen zeigten Handlungsbedarf auf.
„Nur weil Sachsen im Vergleich gut dasteht, sind wir noch lange nicht spitze. Etwas Demut tut uns allen gut“, so Eisenblätter.
Bestehende Konzepte zum Bildungsland Sachsen 2030 und den Sächsischen Bildungsplan müssten konsequent mit Ressourcen zu untersetzen. Vorrang habe nicht die Orientierung an einer wirtschaftsnahen Studie, sondern das klare Ziel: gleiche Zukunftschancen für jedes Kind in Sachsen.

