„Sach­sen hat seit fünf Jahren einen klaren Plan zur schritt­wei­sen Ver­bes­se­rung der früh­kind­li­chen Bil­dung. Dabei haben wir alle drei Akteu­re im Blick: Die päd­ago­gi­schen Fach­kräf­te, die Kinder und die Eltern“, so Sabine Frie­del in  der von der SPD-Land­tags­frak­ti­on bean­trag­ten Aktu­el­len Debat­te.

Frie­del weiter: „Unser Kon­zept sorgt für eine aus­ge­wo­ge­ne Balan­ce dieser drei Berei­che.

  1. Fach­kräf­te: Wir haben in den letz­ten Jahren viel für eine hohe Qua­li­fi­ka­ti­on der päd­ago­gi­schen Fach­kräf­te getan, bei­spiels­wei­se mit dem FSJ Päd­ago­gik, mit der Qua­li­fi­zie­rung der Kin­der­ta­ges­pfle­ge und zuletzt mit der kos­ten­frei­en Erzie­her­aus­bil­dung. Im nächs­ten Schritt wollen wir zum einen die berufs­be­glei­ten­de Aus­bil­dung stär­ken und zum ande­ren die Pra­xis­an­lei­tung ver­bes­sern. So gewin­nen wir mehr päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te.
  2. Kinder: Wir haben mit dem ver­bes­ser­ten Betreu­ungs­schlüs­sel und der Vor- und Nach­be­rei­tungs­zeit für mehr Zeit am Kind gesorgt. Mit Assis­tenz­kräf­ten sichern wir zusätz­li­che Betreu­ung ab. Diesen Weg werden wir fort­set­zen und außer­dem mit Ver­tre­tungs­lö­sun­gen auch in der Kin­der­ta­ges­pfle­ge die Zeit am Kind erhö­hen.
  3. Eltern: In den letz­ten fünf Jahren haben wir den Lan­des­zu­schuss für die Kin­der­be­treu­ung um 60 Pro­zent erhöht. Damit haben wir den Kom­mu­nen ermög­licht, vie­ler­orts die Eltern­bei­trä­ge stabil zu halten oder in man­chen Orten sogar abzu­sen­ken. Auch hier wollen wir wei­te­re Schrit­te unter­neh­men. Dabei haben wir ins­be­son­de­re den Hort im Blick – denn eine Abschaf­fung der Hort­ge­büh­ren würde uns auch bei der Umset­zung der Ganz­tags­schu­le einen großen Schritt vor­an­brin­gen.

Zeit am Kind, qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te und nied­ri­ge Eltern­bei­trä­ge: Diese drei Berei­che gilt es aus­zu­ba­lan­cie­ren und jeweils Schritt für Schritt zu ver­bes­sern. Wir sind erleich­tert, dass der aktu­el­le Haus­halts­ent­wurf unser Kon­zept größ­ten­teils weiter umsetzt – auch wenn wir im par­la­men­ta­ri­schen Pro­zess noch etwas Fein­schliff brau­chen. Natür­lich fallen die Schrit­te in der der­zeit ange­spann­ten finan­zi­el­len Lage auf Grund der Corona-Pan­de­mie etwas klei­ner aus. Wir nutzen jetzt die Mittel aus dem Gute-Kita-Gesetz, um in die berufs­be­glei­ten­de Aus­bil­dung von hoch qua­li­fi­zier­ten päd­ago­gi­schen Fach­kräf­ten zu inves­tie­ren. Damit legen wir den Grund­stein für wei­te­re Qua­li­täts­ver­bes­se­rung mit Blick auf Fehl­zei­ten, die durch Urlaub, Wei­ter­bil­dung und Krank­heit ent­ste­hen.“

Hin­ter­grund:

Sach­sen erhält in 2021 und 2022 97,9 Mil­lio­nen Euro vom Bund, die über das Gute-Kita-Gesetz bereit­ge­stellt werden. Mit 61,6 bzw. 62,9 Mil­lio­nen Euro wird die mit­tel­ba­re päd­ago­gi­sche Zeit (Vor- und Nach­be­rei­tungs­zeit) weiter finan­ziert. Als neue Maß­nah­men werden unter ande­rem die Pra­xis­an­lei­tung (2 Stun­den pro Woche) mit knapp 9 Mil­lio­nen Euro, ein Träger-Zuschuss für bis zu 1.800 Erzie­he­rin­nen und Erzie­her in berufs­be­glei­ten­der Aus­bil­dung mit 16,2 Mil­lio­nen Euro und die Absi­che­rung von Ver­tre­tungs­lö­sun­gen in der Kin­der­ta­ges­pfle­ge mit 3,2 Mil­lio­nen Euro finan­ziert.