„Die heute ver­kün­dete Bundes-För­de­rung für die Gedenk­stätten Hoheneck und Kaß­berg ist ein wich­tiger Beleg für die his­to­ri­sche Rele­vanz der beiden Erin­ne­rungs­orte und für die Qua­lität der Gedenk­stät­ten­kon­zepte. Die Ent­schei­dung ist zugleich eine wich­tige mate­ri­elle und imma­te­ri­elle Unter­stüt­zung für alle, die sich seit Jahren an diesen beiden Orten für eine ange­mes­sene Erin­ne­rungs­kultur ein­setzen. Ich bin sehr froh über diese Wür­di­gung“, so Hanka Kliese, kul­tur­po­li­ti­sche Spre­cherin der SPD-Land­tags­frak­tion.

„Unsere Demo­kratie wird immer häu­figer in Bezug auf Mei­nungs­frei­heit und Unab­hän­gig­keit von Medien infrage gestellt. Umso wich­tiger ist es, an authen­ti­schen Orten zu zeigen, was das Leben in einer Dik­tatur in unserem Land tat­säch­lich bedeutet hat. Das ehe­ma­lige Frau­en­zucht­haus Hoheneck und das eins­tige Kaß­berg-Gefängnis in Chem­nitz können das ein­drucks­voll vor Augen führen.

Der Frei­staat hat in den ver­gan­genen Jahren die Mittel für Gedenk­stätten kon­ti­nu­ier­lich erhöht. Wir werden uns dafür ein­setzen, dass auch die im Ent­stehen begrif­fenen Gedenk­stätten hin­rei­chend aus­ge­stattet werden.“

Beide Pro­jekte werden nach Angaben des Minis­te­riums für Wis­sen­schaft und Kunst von Bund und Land jeweils zur Hälfte finan­ziert. Die Gesamt­för­der­summe für die Gedenk­stätte Frau­en­zucht­haus Hoheneck beträgt 1.418.000 € (Lauf­zeit: 2020 – 2022), für den Lern- und Gedenkort Kaß­berg-Gefängnis 3.392.000 € (Lauf­zeit: 2020 – 2021).

Hin­ter­grund: Das ehe­ma­lige Frau­en­zucht­haus Hoheneck war das größte Frau­en­gefängnis der DDR. Die Gedenk­stätte soll den poli­ti­schen Wider­stand von Frauen gegen die kom­mu­nis­ti­sche Gewalt­herr­schaft wür­digen und möchte Anlauf­punkt der »Frauen von Hoheneck« sein. Ein Schwer­punkt wird auch das Thema Zwangs­ar­beit im Straf­vollzug der DDR sein. Pro­jekt­träger und Antrag­steller ist die Große Kreis­stadt Stoll­berg.

Das ehe­ma­lige Kaß­berg-Gefängnis war die zen­trale Durch­gangs­sta­tion für alle durch die BRD aus DDR-Gefäng­nissen frei­ge­kauften Häft­linge. Dieses Allein­stel­lungs­merkmal soll ein The­men­schwer­punkt der Gedenk­stätte werden. Ein­be­zogen in die Betrach­tung werden auch die Nut­zungen bis 1945 (NS-Zeit) sowie 1945 bis 1952 (SBZ). Geplant ist außerdem der Aufbau eines Zeit­zeugen-Archivs für frei­ge­kaufte Häft­linge, da diese bis­lang noch nicht über eine solche zen­trale Anlauf­stelle ver­fügen. Pro­jekt­träger und Antrag­steller ist der Verein »Lern- und Gedenkort Kaß­berg-Gefängnis e. V.«. (Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des Minis­te­riums für Wis­sen­schaft und Kunst)