„Noch nie waren die Ansprü­che an uns Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­ker so hoch wie jetzt“, so die stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Hanka Kliese am Don­ners­tag in der Aktu­el­len Land­tags­de­bat­te „25 Jahre Par­la­men­ta­ris­mus in Sach­sen“. Sie mahnte vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len Dis­kus­sio­nen um die Unter­brin­gung und Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen Ehr­lich­keit und Mensch­lich­keit an. Es gebe keine ein­fa­chen Ant­wor­ten auf schwie­ri­ge Fragen.

„Noch nie war die Sehn­sucht so groß nach ein­fa­chen Ant­wor­ten wie jetzt. Und noch nie waren die Fra­ge­stel­lun­gen dazu derart kom­plex wie jetzt“, so Kliese weiter. „Hier möchte ich an Sie alle appel­lie­ren: Die Ant­wor­ten, die wir im Moment geben können, sind keine ein­fa­chen Ant­wor­ten. Wir dürfen dieser Sehn­sucht nicht immer nach­ge­ben.“ Es sei nicht Auf­ga­be von Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­kern, irra­tio­na­le Ängste von Men­schen zu befeu­ern, son­dern die Kom­ple­xi­tät der Dinge beharr­lich zu erklä­ren.

„Wenn in der Stadt, in der ich lebe, ein Asyl­be­wer­ber­heim auf­ge­macht werden soll, und wenn die Men­schen sich dort fürch­ten, sie könn­ten in Zukunft nicht mehr ihre Weih­nachts­py­ra­mi­den auf­stel­len und ihre Schwib­bö­gen nicht mehr ins Fens­ter stel­len (…), dann ist es unsere Auf­ga­be, diesen Leuten zu sagen: Haltet mal den Ball flach, lasst diese Men­schen erst mal bei uns ankom­men, ver­ein­bart mit ihnen Regeln für ein gutes Zusam­men­le­ben und dann schaf­fen wir das.“