„Bis 2014 war Inklu­sion in Sachsen im Han­deln der Regie­rung eher ein Rand­thema. Es wurde auf die Schule beschränkt und auch da pas­sierte nicht so viel. Nach der Land­tags­wahl änderte sich das. Inklu­sion bekam einen anderen Stel­len­wert – weil Teil­habe eben ein Men­schen­recht ist“, so Hanka Kliese am Dienstag im Landtag zur Ver­ab­schie­dung des Inklu­si­ons­ge­setzes.

„Mit dem vor­lie­genden Gesetz wird nun aus Inte­gra­tion Inklu­sion. Aus dem Inte­gra­ti­ons­ge­setz wird das Inklu­si­ons­ge­setz. Ein Bei­spiel ist die Teil­habe von gehör­losen und hör­ge­schä­digten Men­schen, die nun end­lich ein ver­brieftes Recht auf  Gebär­den­sprache etwa bei Eltern­abenden haben.“

„Auch die Säch­si­sche Staats­re­gie­rung wird inklu­siver. Künftig werden der Inklu­si­ons­be­auf­tragte und der Beirat für die Belange der Men­schen mit Behin­de­rungen bei der Staats­kanzlei ange­sie­delt. Damit werden wir einer­seits unserem grund­sätz­li­chen Ansatz gerecht, dass Politik für Men­schen mit Behin­de­rung kein Nischen­thema ist. Ande­rer­seits tragen wir auch zur Bewusst­seins­bil­dung in der Staats­kanzlei bei.“

Der Staat müsse bei der Beschäf­ti­gung von Men­schen mit Behin­de­rungen zum Vor­bild werden. „Vor­bilder sind näm­lich drin­gend nötig. Denn immer noch bezahlen sehr viele Arbeit­geber lieber die soge­nannte Aus­gleichs­ab­gabe, statt Men­schen mit Behin­de­rungen ein­zu­stellen.“ Gerade Men­schen mit Behin­de­rungen aber pro­fi­tierten nicht vom Auf­schwung am Arbeits­markt.

Mit dem neuen Gesetz werde zudem den Schwer­be­hin­der­ten­ver­tre­tungen die Arbeit erleich­tert. „Für sie ist das Gesetz ein wich­tiger Anker.“ Kliese plä­dierte dafür, dass die jetzt zusätz­lich zur Ver­fü­gung ste­henden Gelder beson­ders den Selbst­ver­tre­tungen zu Gute kommen. „Ich denke dabei etwa an die Geschäfts­stellen der Selbst­hil­fe­ver­bände. Inklu­sion in Sachsen kann nur funk­tio­nieren, wenn diese Ver­bände ihre wich­tige kri­ti­sche und unter­stüt­zende Arbeit auch wirk­lich aus­füllen können.“