Sabine Friedel, bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­cherin der SPD-Frak­tion im Säch­si­schen Landtag, zum „Län­der­mo­nitor früh­kind­liche Bil­dungs­sys­teme 2020“ der Ber­tels­mann Stif­tung:

„Sachsen inves­tiert in die früh­kind­liche Bil­dung, seit die SPD in Regie­rungs­ver­ant­wor­tung ist. Auch die Ber­tels­mann-Stif­tung attes­tiert Ver­bes­se­rungen beim Per­so­nal­schlüssel. Und erneut zeigt der Län­der­mo­nitor vor allem Eines: Die Betreuung in den Krippen und Kin­der­gärten lässt sich nicht von heute auf morgen ver­bes­sern. Die Qua­lität in den Kitas muss Schritt für Schritt ver­bes­sert werden, da sowohl gut aus­ge­bildet Fach­kräfte als auch Finanz­mittel dafür erfor­der­lich sind. Zudem hängen die sta­tis­ti­schen Daten der Ber­tels­mann Studie der tat­säch­li­chen Ent­wick­lung leider immer andert­halb Jahre hin­terher. So ist die Vor- und Nach­be­rei­tungs­zeit, die seit Juni 2019 gewährt wird, noch nicht abge­bildet“, erklärt Sabine Friedel zum „Län­der­mo­nitor früh­kind­liche Bil­dungs­sys­teme 2020“ der Ber­tels­mann Stif­tung.

„In der Krippe ist der Per­so­nal­schlüssel von 6,6 auf 5,3 und im Kin­der­garten von 13,5 auf 12,2 gesunken, wenn man die Werte von 2013 mit 2019 ver­gleicht. Dass ein Ver­gleich der ost- und west­deut­schen Bun­des­länder nicht ohne wei­teres mög­lich ist, deutet auch erst­mals die Ber­tels­mann-Stif­tung an. Die früh­kind­liche Bil­dung in Sachsen basiert auf einer über­durch­schnitt­lich hohen Betreu­ungs­quote, langen Öff­nungs­zeiten, einer Mit­tags­ver­pfle­gung in der Kita, einer hohen wöchent­li­chen Betreu­ungs­zeit, kind­ge­rechten Grup­pen­größen und sehr gut aus­ge­bil­detem Per­sonal mit einem hohen päd­ago­gi­schen Fach­stan­dard. Das sind alles Kri­te­rien in denen Sachsen sehr gute Werte erzielt und im Ver­gleich zu Baden-Würt­tem­berg besser abschließt“, ordnet Friedel die Zahlen der Studie ein.

Der Län­der­mo­nitor zeigt auch, dass Sachsen mit 6,5 Pro­zent der Gesamt­aus­gaben für die früh­kind­liche Bil­dung über­durch­schnitt­lich inves­tiert, im Bun­des­durch­schnitt liegt der Anteil bei 5,7 Pro­zent. Zudem ist der Lan­des­an­teil bei der Kita-Finan­zie­rung von 31,2 Pro­zent in 2013 auf 33,0 Pro­zent in 2019 gestiegen. „Wir haben die Kom­munen ent­lastet, deren Anteil von 54,1 auf 50,7 Pro­zent gesunken ist. Gleich­wohl gilt es die Eltern­bei­träge im Blick zu behalten. Jede Qua­li­täts­ver­bes­se­rung wird im Nach­hinein auch auf die Eltern umge­legt. Dass deren Anteil von 14,6 auf 16,3 Pro­zent gestiegen ist, sollte Anlass sein, einen Bei­trags­de­ckel mit der Kita-Gesetz-Novelle ein­zu­führen“, so  Friedel weiter.

„Für die SPD ist klar, dass wir den Weg der schritt­weisen Qua­li­täts­ver­bes­se­rung wei­ter­gehen wollen. In den kom­menden Jahren wird die Erzieher-Aus­bil­dung schul­geld­frei, soll die berufs­be­glei­tende Aus­bil­dung geför­dert werden und muss ein Ein­stieg in die Aner­ken­nung von Fehl­zeiten durch Urlaub, Krank­heit und Wei­ter­bil­dung erfolgen. So werden wir wei­tere Qua­li­täts­ver­bes­se­rungen und eine bes­sere Fach­kraft-Kind-Rela­tion errei­chen. Um die von Ber­tels­mann gefor­derte Betreu­ungs­qua­lität umzu­setzen wären zusätz­lich 815 Mil­lionen Euro pro Jahr und wei­tere 17.000 päd­ago­gi­sche Fach­kräfte nötig. Beides sind Zahlen, die an der Rea­lität weit vorbei gehen!“, so Friedel abschlie­ßend.