Lang: Nationalpark erhalten, Kommunen endlich handlungsfähig machen

11.06.2026

Zur Ausschussanhörung zur Zukunft der Nationalparkregion Sächsische Schweiz im Sächsischen Landtag erklärt Simone Lang, Sprecherin für Umwelt und Naturschutz:

“Die Sächsische Schweiz braucht keine neue Grundsatzdebatte über den Nationalpark, sondern endlich Lösungen für die Menschen und Kommunen. Der Nationalpark bleibt ein einzigartiges Naturerbe und ein wichtiges Standortkapital des Freistaates. Gleichzeitig dürfen die Städte und Gemeinden in der Region mit ihren Entwicklungsfragen nicht auf der Strecke bleiben.

Wenn Wohnen, Infrastruktur (z.B. Breitbandausbau), Tourismusentwicklung und selbst kleinere Projekte immer wieder an langwierigen Verfahren oder einer besonders restriktiven Auslegung scheitern, dann gefährdet das auf Dauer auch die Akzeptanz des Nationalparks sowie des Landschaftsschutzgebietes. Schutz kann nur funktionieren, wenn er für die Menschen in der Region mit verlässlichen Perspektiven verbunden ist. Ein Nationalpark, der in den Kommunen nur noch als Stillstand erlebt wird, verliert an Rückhalt. 

Deshalb erwarten wir vom zuständigen Umweltministerium, der Nationalparkverwaltung und von der Landesdirektion, dass die bestehenden Zielkonflikte endlich praktisch gelöst werden. Es braucht schnellere und verlässliche Verfahren, z.B. beim Prozess der Flächenausgliederung, vereinfachte Kriterien bei Genehmigungen, flexiblere Lösungen für die Kommunen in der Kernzone und dort, wo Schutzgebiete Entwicklungsmöglichkeiten spürbar begrenzen, auch einen fairen Ausgleich.

Wir wollen den Nationalpark erhalten, aber wir wollen auch, dass die Kommunen in der Sächsischen Schweiz ihre Entwicklung wieder mehr selbst gestalten können. Die Region braucht Schutz der Natur und Chancen für die Menschen. Beides muss zusammengehen — und genau daran muss sich die Landespolitik jetzt messen lassen.”