Simone Lang, gesund­heits­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag, am Montag zu den Pro­tes­ten gegen Schul­schlie­ßun­gen:

+++ Wir haben die Sorgen, Nöte und Rechte der Kinder im Blick +++

„Die Pro­tes­te der Eltern gegen die neu­er­li­che Schlie­ßung von Kitas und Schu­len gehen mir sehr nahe. Als Mutter weiß ich, wie viel den Kin­dern und ihren Fami­li­en der­zeit abver­langt wird. Als Kran­ken­schwes­ter weiß ich, wie hoch belas­tet die Beschäf­tig­ten in den Kran­ken­häu­sern und ande­ren medi­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen sind. Alle – wir alle – sind an einer Belas­tungs­gren­ze ange­kom­men. Doch das Virus mit seinen Muta­tio­nen bedroht uns weiter“, so Simone Lang.

„Wir sind mitten in der drit­ten Welle. Die Pro­gno­sen sind alles andere als rosig. Und wir müssen sie ernst­neh­men. Die jetzt noch gül­ti­gen Locke­run­gen wurden genau mit den Maß­ga­ben ermög­licht, dass man bestimm­te Grenz­wer­te nicht mehr über­schrei­tet, um das Pan­de­mie­ge­sche­hen eini­ger­ma­ßen unter Kon­trol­le zu halten. Die Infek­tio­nen schnel­len aber momen­tan über­all in die Höhe, und sie machen auch nicht vor den Schu­len halt. Des­halb muss man die Risi­ken genau abwä­gen. Vor den Oster­fe­ri­en wird es da jetzt, so ehr­lich muss man sein, keine Ver­än­de­run­gen mehr geben. Und für die Zeit nach Ostern bedeu­tet das, dass aus unse­rer Sicht alles getan werden muss, um Schul­schlie­ßun­gen zu ver­mei­den. Mit einem ver­läss­li­chen Test­re­gime kann das klap­pen.“

„Als Abge­ord­ne­te kann ich ver­si­chern, dass wir sehr wohl die Sorgen, Nöte und auch Rechte unse­rer Kinder im Blick haben“, so Simone Lang weiter. „Das lässt sich an vielen Bei­spie­len bele­gen, auch wenn es zuge­ge­be­ner Maßen Luft nach oben gibt. Und ja, auch bei der Bewäl­ti­gung der der­zei­ti­gen Krise sind Fehler gemacht worden. Das strei­tet nie­mand ab. Was uns jetzt nicht wei­ter­hilft, sind pau­scha­le Debat­ten. Damit sind die Gefah­ren durch das Virus nicht besei­tigt. Es geht um Men­schen­le­ben.“

„Und da bin ich an einem Punkt, der mich bei den Pro­tes­ten gegen die Schul­schlie­ßun­gen sehr betrof­fen und trau­rig gemacht hat. Die vielen Kin­der­schu­he vor Rat­häu­sern haben mich emo­tio­nal hart getrof­fen. Ich sehe die Bilder mit Bergen von Kin­der­schu­hen aus dem Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Lublin vor mir. Dort wurden die Rechte der Kinder wirk­lich mit Füßen getre­ten. Sie wurden aus­ge­löscht.“