Lang: Halt geben und nicht wegsehen – Wohnungslosigkeit aktiv angehen

26. August 2021

„Knapper Wohn­raum vor allem in den großen Städten und stei­gende Mieten ist eines der Themen, das viele Mie­te­rinnen und Mieter und die Kom­munen zuneh­mend beschäf­tigt. Was dabei nicht aus­ge­blendet werden darf, das sind die Men­schen, die aus unter­schied­lichsten Gründen gar kein Dach über dem Kopf haben“, so SPD-Sozi­al­ex­pertin Simone Lang am Don­nerstag. „Weg­sehen ist keine Lösung, die Gesell­schaft muss sich küm­mern. Wir wollen keinen Men­schen im Stich lassen. Alle sollen Teil unserer Gesell­schaft sein. Die Grund­lage für diese Men­schen ist eine eigene Woh­nung. Ein geschützter Raum, der Halt gibt. Die Stadt Leipzig hat sich vor kurzem auf­ge­macht und erprobt einen neuen Weg, um Woh­nungs­lo­sig­keit aktiv anzu­gehen. Das wird jetzt unter­stützt.“
Das Sozi­al­mi­nis­te­rium hatte zuvor mit­ge­teilt, dass das Leip­ziger Modell­pro­jekt  „Eigene Woh­nung” (Housing First) bis Ende 2023 mit 111.000 Euro geför­dert wird. (Pres­se­mit­tei­lung https://​www​.medi​en​ser​vice​.sachsen​.de/​m​e​d​i​e​n​/​n​e​w​s​/​2​6​1​573)
„Die Vor­teile des Ansatzes ‚Housing First‘ liegen klar auf der Hand: Woh­nungs­lo­sig­keit wird nicht nur ver­waltet, son­dern beendet. Und es hilft am meisten den Lang­zeit­ob­dach­losen, die es in unserem der­zei­tigen System sehr schwer haben, ein Dach über dem Kopf zu finden. Andere Länder wie Finn­land und Däne­mark setzen das ‚Housing First‘-Prinzip bereits erfolg­reich um, bei dem obdach­lose Men­schen zuerst mit einer Woh­nung ver­sorgt und erst danach Pro­bleme wie Schulden, Arbeits­lo­sig­keit oder Sucht ange­gangen werden. Mit diesem Ansatz haben die Betrof­fenen die nötige Sicher­heit und Sta­bi­lität, um sich den anderen Her­aus­for­de­rungen zu widmen“, erklärt Simone Lang.
 
„Der Hand­lungs­leit­faden, den das Sozi­al­mi­nis­te­rium gemeinsam mit der Stadt Leipzig erar­beiten wird, ist ein wich­tiger Schritt, um andere inter­es­sierte Kom­munen im Frei­staat bei der Pla­nung und Umset­zung zu unter­stützen. Denn es lohnt sich, diesen nach­hal­tigen Ansatz auch im Frei­staat weiter aus­zu­bauen“, so Lang abschlie­ßend.