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„Unsere Ver­ant­wor­tung gegen­über unse­ren Groß­el­tern wie auch unse­ren Enkeln ist es, Frie­den und Wohl­stand für die Men­schen in unse­rem Land und für jene, die zu uns kommen, zu bewah­ren. Das ist die Auf­ga­be unse­rer Genera­ti­on“, sagte Dirk Panter am Diens­tag in der Land­tags-Son­der­sit­zung und erin­ner­te daran, dass das Thema Flucht und Ver­trei­bung kein neues für die Deut­schen ist.

Bis­lang seien die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen beim Thema Asyl unter­schätzt worden. „Lernen wir daraus für die Zukunft. Uns Sozi­al­de­mo­kra­ten sind in dieser Zeit drei Punkte beson­ders wich­tig: Wir wollen, dass alle Men­schen hier in Sicher­heit sind. Wir wollen, dass alle Men­schen hier ein anstän­di­ges Leben führen können. Wir wollen ein zukunfts­fä­hi­ges Sach­sen, in dem Zuwan­de­rung ein Gewinn wird.“

„Die Ereig­nis­se in Hei­denau, in Frei­tal, in Dres­den, in Döbeln, in Leip­zig – an vielen Orten in unse­rem Land – sind beschä­mend. Wie muss sich jemand fühlen, der vor Bomben und Gra­na­ten geflo­hen ist, vor Schüs­sen und Hetz­jag­den, und jetzt hier mit Spreng­kör­pern und Hass-Tira­den emp­fan­gen wird.“ Dies sei eine Schan­de für Sach­sen.

Panter warnte davor, Flücht­lin­ge ein­fach in die Kate­go­rien „rich­ti­ge“ Kriegs­flücht­lin­ge und „fal­sche“ Wirt­schafts­flücht­lin­ge zu ste­cken. „Ja, rich­tig ist, wer aus wirt­schaft­li­chen Grün­den nach Deutsch­land kommt hat kein Anrecht auf Asyl und muss auch zügig zurück­ge­führt werden. Aber wir sind trotz­dem nicht die Rich­ter. Wie können wir Men­schen ver­bie­ten, das Beste für sich und die eige­nen Kinder zu suchen? Wir mögen nicht alle auf­neh­men können, nur hier wird ganz beson­ders klar: Es fehlt uns so sehr ein klares und trans­pa­ren­tes Ein­wan­de­rungs­ge­setz.“

Wich­tig sei auch, vor­aus­schau­end zu denken. „Deutsch­land ist ein Zuwan­de­rungs­land. Und Sach­sen ist Teil dieses Zuwan­de­rungs­lan­des. Vieles von dem, was wir heute als Pro­blem wahr­neh­men, ist eine Chance für unser Land. Junge Men­schen kommen zu uns, Men­schen, die ihr Leben in die eigene Hand nehmen – wir soll­ten froh sein, diese Chance zu bekom­men!“

„In unse­rem Land ist in den letz­ten Mona­ten eine unglaub­li­che Welle der Hilfs­be­reit­schaft ent­stan­den“, so Panter weiter. „Viele Frauen und Männer, viele Jugend­li­che und Rent­ner enga­gie­ren sich in Will­kom­mens­in­itia­ti­ven, geben Sprach­kur­se, spen­den Klei­der, Spiel­zeug, Geld oder ein­fach nur Trost. Dafür gilt allen an dieser Stelle ein ganz, ganz großer Dank.“

„Aber auch viele dieser Men­schen haben mitt­ler­wei­le Angst. Angst, als ‚Gut­men­schen‘ bepö­belt zu werden, Angst, zur Ziel­schei­be von Neo­na­zis zu werden. Wo sind wir hin­ge­kom­men, wenn das Wort ‚Gut­mensch‘, also ‚guter Mensch‘ ein Schimpf­wort ist?“ In Sach­sen müsse der innere Frie­den wieder her­ge­stellt werden, appel­lier­te Panter: „Mit mensch­li­chem Anstand.“