„Die Ver­än­de­run­gen sind aus unse­rer Sicht gut über­legt und aus­ge­wo­gen. Sie sind drin­gend not­wen­dig. Die Schü­ler werden ent­las­tet. Und genau­so wich­tig: Die Schu­len werden ent­las­tet. Für das Schul­jahr 2019/20 kann mit mehr Leh­rer­stun­den geplant werden, so dass sich der Unter­richts­aus­fall redu­ziert“, so Sabine Frie­del.

„Dass die Ent­schei­dung auch Kritik her­vor­ruft, ist nach­voll­zieh­bar. Aber zwei Dinge gilt es zu beden­ken. Einer­seits: Sind Stun­den, die nur auf dem Papier stehen, aber aus­fal­len, wirk­lich besser? Kaum. Ich halte es für rich­tig, dass das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um ange­sichts des Leh­rer­man­gels inhalt­lich Ver­ant­wor­tung über­nimmt, statt Kür­zun­gen auf die ein­zel­nen Schul­lei­ter abzu­wäl­zen. Nur so ist gewähr­leis­tet, dass die Qua­li­tät der schu­li­schen Bil­dung lan­des­weit erhal­ten bleibt und Abschlüs­se nach wie vor ver­gleich­bar sind.“

„Die Ehr­lich­keit des Kul­tus­mi­nis­ters ver­dient hier übri­gens großen Respekt. Eltern, Lehr­kräf­te und Schü­ler nehmen wahr, wenn die Dinge so benannt werden, wie sie wirk­lich sind. Es hilft ja auch keinem, die ernste Lage schön­zu­re­den oder zu bemän­teln. Diese neue Ehr­lich­keit gilt es zu unter­stüt­zen und zu stär­ken, im gesam­ten Minis­te­ri­um“, so Sabine Frie­del.

„Noch etwas sollte bedacht werden: Der Blick über den Tel­ler­rand lohnt. Das Land mit den besten PISA-Ergeb­nis­sen ist Finn­land. Und es ist gleich­zei­tig das Land mit der nied­rigs­ten Unter­richts­ver­pflich­tung. Rund 25 Unter­richts­stun­den werden hier pro Woche erteilt, in Sach­sen sind es auch nach der Stun­den­ta­fel­kür­zung mehr als 30. Das zeigt deut­lich: Nicht der Umfang des Unter­richts ist ent­schei­dend, son­dern die Art des Unter­richts. Qua­li­tät macht den Erfolg, nicht Quan­ti­tät.“

„Ich werde nicht auf­hö­ren, die Krise der säch­si­schen Leh­rer­ver­sor­gung als Chance zu sehen: Wir sind mit­ten­drin im digi­ta­len Zeit­al­ter. Schule muss sich drin­gend ver­än­dern. Wir brau­chen neue Lehr­plä­ne und ein neues Ver­ständ­nis von Bil­dung. Die Not hat uns in den letz­ten Jahren Inno­va­ti­on ‚auf­ge­zwun­gen‘ – vom jahr­gangs­über­grei­fen­den Unter­richt in Grund­schu­len über Schul­as­sis­tenz und jetzt eine Redu­zie­rung der Stun­den­zahl. Wie viel stär­ker wäre es, solche Ände­run­gen selbst vor­an­zu­trei­ben, statt sie so lange abzu­weh­ren, bis es nicht mehr anders geht?“