In der Aktuellen Debatte des Sächsischen Landtags zum Thema „Nie wieder ist jetzt: Erinnerung weitergeben – Haltung zeigen – Yad-Vashem-Bildungszentrum aufbauen“ haben wir ein deutliches Signal gegen Antisemitismus und für eine lebendige Erinnerungskultur gesetzt.
Laura Stellbrink, Parlamentarische Geschäftsführerin und demokratiepolitische Sprecherin, machte deutlich: Erinnerung ist kein Ritual und kein symbolischer Akt – sie ist eine Verpflichtung im Hier und Heute. Antisemitismus sei keine historische Randerscheinung, sondern wiedererstarkende Realität.Mit 349 antisemitischen Vorfällen im Jahr 2024 – ein Anstieg um 82 Prozent – zeigt sich, wie dringend entschlossenes politisches Handeln notwendig ist. Beleidigungen im Netz, Schmierereien im öffentlichen Raum und Angriffe auf jüdische Einrichtungen bedrohen nicht nur Betroffene, sondern die Demokratie insgesamt.
Laura Stellbrink, Parlamentarische Geschäftsführerin und demokratiepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion erklärt:
“Haltung zu zeigen heißt auch, Betroffene von Antisemitismus zu schützen und zu unterstützen. Und sie benötigt einen starken Rechtsstaat, der antisemitische Straftaten konsequent und schnell verfolgt und das jüdische Leben schützt. Zu Haltung gehört auch Prävention. Wer Antisemitismus bekämpfen will, muss dort ansatzen, wo er entsteht.”
In Sachsen könnte die weltweit erste Außenstelle der israelischen Holocuats-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen. Ein Yad-Vashem-Bildungszentrum wäre ein wichtiger neuer Lehr- und Lernort aus Verantwortung und für die Zukunft.
Sachsen verfügt über eine vielfältige Gedenklandschaft – von der Gedenkstätte Münchner Platz in Dresden über Pirna-Sonnenstein bis zur KZ-Gedenkstätte Sachsenburg. Ein Yad-Vashem-Bildungszentrum soll diese Orte nicht ersetzen, sondern die bestehenden Einrichtungen ergänzen: als moderner Ort historisch-politischer Bildung, internationaler Vernetzung und demokratischer Prävention.
Gerald Eisenblätter. Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion erklärt:
Wir wollen ein Yad-Vashem-Bildungszentrum in Sachsen. Einen Ort, der den Holocaust, jüdisches Leben und antisemitische Kontinuitäten aus einer spezifischen, internationalen Perspektive vermittelt. Sachsen verfügt über ein starkes Wissenschaftsnetzwerk und ausgewiesene Expertise in historisch-politischer Bildung, über engagierte Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft und der Gedenkstättenarbeit. Ein Yad-Vashem-Bildungszentrum würde diese wichtige tägliche Arbeit unterstützen, stärken und weiterentwickeln.
Für die SPD-Fraktion gehört zur Erinnerung auch konkrete politische Verantwortung:
- ein starker Rechtsstaat, der antisemitische Straftaten konsequent verfolgt,
- wirksamer Opferschutz,
- sowie zuverlässig finanzierte Demokratie- und Bildungsprojekte.
Nie wieder ist jetzt – das bedeutet: Haltung zeigen, widersprechen, schützen. Für eine Gesellschaft, in der jüdisches Leben sicher und selbstverständlich ist.

