SFriedel-mittel„Der Beschluss des OVG zur Bil­dungs­emp­feh­lung bestärkt uns in unserer Auf­fas­sung, dass dem Eltern­recht in Sachsen nicht Genüge getan wird. Das neue Schul­ge­setz muss eine klü­gere Ant­wort als die bis­he­rige Ver­wal­tungs­vor­schrift finden“, so Bil­dungs­ex­pertin Sabine Friedel am Freitag

„In den meisten Bun­des­län­dern sind es allein die Eltern, die die Ent­schei­dung über den wei­teren Schulweg treffen. Mehr als 80 Pro­zent folgen der Emp­feh­lung. So rigide wie Sachsen ist nur noch der Frei­staat Bayern.“

„Wir wollen eine Neu­re­ge­lung im neuen Schul­ge­setz. Wir wollen das Recht der Eltern und der Schüler stärken. Die Emp­feh­lung muss eine Emp­feh­lung werden, sie kann keine Fest­le­gung mehr sein. Wir möchten, dass für jeden Schüler die rich­tige Schulart gefunden wird. Am ver­nünf­tigsten wäre es, die Ent­schei­dung später zu treffen, nach der 6. oder 8. Klasse. Das aber ist zur  Zeit nicht mehr­heits­fähig“, so Sabine Friedel weiter.

„Der eigent­liche Auf­trag aus dem Beschluss lautet daher: Die Ober­schule muss gestärkt werden! Mehr voll­aus­ge­bil­dete und besser bezahlte Lehrer, mehr Sach­mittel, klei­nere Klassen und bes­sere Lehr­pläne. Wenn die Ober­schule min­des­tens so attrak­tive Lern­be­din­gungen wie das Gym­na­sium bietet, werden Sach­sens Eltern frei und ver­nünftig ent­scheiden – und wirk­lich die beste Wahl für ihr Kind treffen.“

„Das OVG hat mit seinem Beschluss die Rege­lung der Schul­ord­nung für das Gym­na­sium (VwV SOGYA) für rechts­widrig erklärt. Das Kul­tus­mi­nis­te­rium ist daher auf­ge­for­dert, für einen Über­gangs­zeit­raum bis zum Inkraft­treten des neuen Schul­ge­setzes eine neue Rege­lung in der Schul­ord­nung zu treffen. Aus unserer Sicht wäre die beste und prag­ma­tischste Lösung, die Bil­dungs­emp­feh­lung vor­erst bei­zu­be­halten und den Eltern­willen ent­scheiden zu lassen.“

Medi­en­in­for­ma­tion des Ober­ver­wal­tungs­ge­richtes: http://​www​.justiz​.sachsen​.de/​o​v​g​/​d​o​w​n​l​o​a​d​/​M​e​d​i​e​n​i​n​f​o​r​m​a​t​i​o​n​_​1​5​_​2​0​1​6​p​d​f​.​pdf