„Organ­spen­de ist eine sehr per­sön­li­che Ent­schei­dung. Für viele Men­schen ist der eigene Tod kein Thema, mit dem man sich unbe­dingt beschäf­ti­gen will. Auf der ande­ren Seite gibt es viele tau­send Men­schen – und dar­un­ter nicht wenige Kinder und Jugend­li­che –, die sehn­lichst auf ein Spen­der­or­gan warten und darauf, ihr Leben besser oder über­haupt weiter leben zu können“, so Simone Lang, gesund­heits­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Land­tags­frak­ti­on, am Don­ners­tag zur Ent­schei­dung des Bun­des­ta­ges über Neu­re­ge­lun­gen bei der Organ­spen­de.

„Der heu­ti­gen Ent­schei­dung im Bun­des­tag für die soge­nann­te Zustim­mungs­lö­sung ist eine aus­führ­li­che Debat­te vor­aus­ge­gan­gen, die das Thema Organ­spen­de noch einmal nach­drück­lich ins Bewusst­sein gerückt hat. Abge­hakt ist es damit bei weitem nicht: Wir werden weiter viel Infor­ma­ti­ons- und Auf­klä­rungs­ar­beit leis­ten müssen. Denn es gibt eine große Kluft zwi­schen einem Ja zur Organ­spen­de an sich und der Bereit­schaft, ein Organ oder Gewebe zu spen­den. Dabei ist jeder Mensch auch selbst in der Pflicht, denn jeder kann in die Situa­ti­on kommen, auf die Hilfe ande­rer ange­wie­sen zu sein.“

Hin­ter­grund:

Die heute vom Bun­des­tag beschlos­se­ne Zustim­mungs­re­ge­lung sieht die Ein­rich­tung eines bun­des­wei­ten Online-Regis­ters beim Deut­schen Insti­tut für Medi­zi­ni­sche Doku­men­ta­ti­on und Infor­ma­ti­on vor. Dort sollen alle Bürger ein­ge­tra­gen werden, die eigen­stän­dig eine Erklä­rung zur Organ- und Gewe­be­spen­de abge­ge­ben haben. Die dafür nötige Auf­klä­rung und Bera­tung über die Organ­spen­de obliegt den Haus­ärz­ten. Sie sollen die Pati­en­ten bei Bedarf alle zwei Jahre aktiv über die Organ- und Gewe­be­spen­de bera­ten und sie zur Ein­tra­gung in das Online-Regis­ter ermu­ti­gen. Haus­ärz­te können diese Bera­tungs­leis­tung abrech­nen, ohne dass dies auf ihr Budget ange­rech­net wird. Bürger, die sich einmal für die Organ­spen­de ent­schie­den haben, können dies jeder­zeit ändern und wider­ru­fen. Zugriff auf das Online-Regis­ter haben die soge­nann­ten Ent­nah­me­kran­ken­häu­ser, damit sie sich im Ernst­fall infor­mie­ren können. (Quelle: Pres­se­mit­tei­lung Minis­te­ri­um für Sozia­les und Gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt)