„Die Kri­mi­na­li­täts­sta­tistik für das ver­gan­gene Jahr belegt, dass Sachsen –  trotz weit­ge­hend sta­biler Lage – in einigen Berei­chen wei­terhin beson­deren Hand­lungs­be­darf hat“, so SPD-Innen­ex­perte Albrecht Pallas am Mitt­woch. „Das gilt ins­be­son­dere für die Themen Gewalt und Woh­nungs­ein­brüche. Ich bin unseren Poli­zis­tinnen und Poli­zisten, gerade ange­sichts der hohen Belas­tung, aus­ge­spro­chen dankbar für ihre Arbeit.“

„Bei der Ein­bruchs­kri­mi­na­lität ist das Ziel klar: die Auf­klä­rungs­quote nicht nur bei Woh­nungs­ein­brü­chen muss unbe­dingt gestei­gert werden“, sagte Pallas. „Das geht bei inten­si­verer Tat­or­tar­beit los und hört bei schlag­kräf­tigen Ermitt­lungs­ein­heiten nicht auf. Wenn mehr Ein­brüche auf­ge­klärt und die Täter über­führt und ver­ur­teilt werden, können Wie­der­ho­lungs­taten ver­hin­dert werden. Es steht zu ver­muten, dass ein großer Teil der Fälle auf Beschaf­fungs­kri­mi­na­lität zurück­zu­führen ist.  Das ist ein wei­terer Ansatz für Prä­ven­ti­ons­ar­beit.”

Es wird eine wich­tige Auf­gabe des neuen LKA-Prä­si­denten sein, die Situa­tion gerade bei den Ein­brü­chen regional genau zu ana­ly­sieren und flä­chen­de­ckend dafür zu sorgen, dass die Qua­lität der kri­mi­nal­po­li­zei­li­chen Ermitt­lungs­ar­beit weiter steigen kann“, sagte Pallas. „Wenn er dabei Unter­stüt­zung benö­tigt – an uns soll das nicht schei­tern.“

„Besorg­nis­er­re­gend ist auch der Anstieg der Fall­zahlen bei gefähr­li­chen und schweren Kör­per­ver­let­zungen“, so Pallas weiter. „Das macht deut­lich, dass wir in Sachsen mehr Prä­ven­ti­ons­an­ge­bote benö­tigen, um das Pro­blem lang­fristig in den Griff zu bekommen.  Denn beim Thema Gewalt gibt es keine kurz­fris­tigen Lösungen.“

„Bemer­kens­wert ist aus unserer Sicht, dass die Fall­zahlen bei poli­tisch moti­vierter Kri­mi­na­lität nach dem Hoch von 2015 gesunken sind.“, sagte Pallas. „Den­noch gab es immer noch mehr Straf­taten als bis 2014. Von Ent­war­nung kann also leider keine Rede sein.“

Ange­sichts der Zunahme von Straf­taten, die in Sachsen lebende Zuwan­derer begangen haben, warnte Pallas vor über­zo­genen Bewer­tungen. „38,5 Pro­zent dieser Straf­taten wurden durch 685 soge­nannte Mehr­fach- und Inten­siv­täter begangen. Es ist richtig, dass Polizei und Justiz diese Täter­gruppe seit zwei Jahren beson­ders in den Blick nimmt. Die Sta­tistik zeigt aber auch, dass sich die große Mehr­heit der nach Sachsen gekom­menen Zuwan­derer recht­s­treu ver­hält.“

Sta­tistik: https://​www​.medi​en​ser​vice​.sachsen​.de/​m​e​d​i​e​n​/​m​e​d​i​e​n​o​b​j​e​k​t​e​/​d​o​w​n​l​o​a​d​/​1​1​1​5​2​7​#​2​0​9​808