„Kritik an den Maß­nahmen zur Ein­däm­mung der Corona-Pan­demie ist legitim. Das Grund­recht auf Ver­samm­lungs­frei­heit ist ein hohes Gut und gilt auch in dieser außer­or­dent­lich belas­tenden Zeit. Den­noch: Zu einer Ver­samm­lung mit erwar­teten 20.000 Teil­neh­mern unter den der­zei­tigen Bedin­gungen auf­zu­rufen, das ist ver­ant­wor­tungslos und ego­is­tisch. Die ‚Querdenken‘-Versammlung wird absehbar zu einem Super-Sprea­ding-Event‘, wäh­rend in den hoch­be­las­teten Kran­ken­häu­sern Ärzte und Pfleger um Men­schen­leben kämpfen“, so Innen­ex­perte Albrecht Pallas am Freitag zum bevor­ste­henden Demons­tra­ti­ons­ge­schehen in Leipzig.

„Alle Betei­ligten gehen ein unglaub­lich hohes gesund­heit­li­ches Risiko ein. Davon betroffen sind auch die Beam­tinnen und Beamten der Polizei, die die Ver­samm­lung absi­chert. Das trifft auch die Leip­ziger Bevöl­ke­rung. Und das greift auch die vielen Men­schen in unserem Land an, die sich an die Coro­na­schutz-Ver­ord­nung halten.“

„Stadt und Polizei sind vor eine schwie­rige Lage gestellt. Ich halte die Ent­schei­dung für richtig, die ‚Querdenken‘-Versammlung auf das Gelände der Neuen Messe zu ver­la­gern sowie gegen Bus­an­reisen und Hotel­über­nach­tungen vor­zu­gehen. Damit kann das Ver­samm­lungs­recht gewähr­leistet und gleich­zeitig dem Infek­ti­ons­schutz Rech­nung getragen werden.“

„Den­noch: Jeder sollte sich fragen, ob er oder sie eine Teil­nahme an der Ver­an­stal­tung ver­ant­worten kann. An die Teil­nehmer der Ver­samm­lungen gegen ‚Quer­denken‘ appel­liere ich, nicht über­mäßig Poli­zei­kräfte zu binden, die an der Neuen Messe gebraucht werden.“

„Ich erwarte, dass Stadt und Polizei die ver­fügten Corona-Schutz-Auf­lagen kon­se­quent durch­setzen.“