Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer hat am Don­ners­tag, dem 19. März 2020 den Verein „Geein­te deut­sche Völker und Stämme“ und ihre Teil­or­ga­ni­sa­ti­on „Osna­brü­cker Land­mark“ ver­bo­ten und auf­ge­löst. Damit wurde erst­mals auf Bun­des­ebe­ne eine Reichs­bür­ger­ver­ei­ni­gung mit einem Ver­eins­ver­bot belegt.

Seit dem Morgen durch­su­chen meh­re­re hun­dert Poli­zis­tin­nen und Poli­zis­ten die Woh­nun­gen von 21 füh­ren­den Ver­eins­mit­glie­dern in zehn Bun­des­län­dern, dar­un­ter Sach­sen, Bayern, Baden-Würt­tem­berg, Berlin, Bran­den­burg und Thü­rin­gen. Ersten Mel­dun­gen zufol­ge wurden Schuss­waf­fen, Base­ball­schlä­ger, Pro­pa­gan­da­ma­te­ria­li­en sowie Betäu­bungs­mit­tel fest­ge­stellt.

Dazu sagt Albrecht Pallas, Innen­ex­per­te der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag: 

Der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter hat rich­tig ent­schie­den. Das Verbot und die abge­stimm­ten Raz­zi­en zeigen, dass der Rechts­staat auch in Kri­sen­zei­ten wehr­haft und voll hand­lungs­fä­hig ist“, so Albrecht Pallas am Don­ners­tag in Dres­den.

Reichs­bür­ger sind zum Teil gefähr­li­che Rechts­ex­tre­me und nicht bloß harm­lo­se Spin­ner. Des­halb ist das harte Vor­ge­hen rich­tig. Gerade jetzt in der Corona-Krise ver­su­chen Rechts­ex­tre­me, ver­un­si­cher­te Men­schen mit Ver­schwö­rungs­theo­rien und Fake News an sich zu binden. Damit kon­ter­ka­rie­ren sie die sinn­vol­len Maß­nah­men unse­rer Bundes- und Lan­des­re­gie­rung und brin­gen unzäh­li­ge Men­schen in Gefahr. Es ist des­halb rich­tig, dass die Behör­den wei­ter­hin kon­se­quent gegen diese Bestre­bun­gen vor­ge­hen. Ich hoffe, dass das nicht das letzte Ver­eins­ver­bot von Reichs­bür­ger­ver­ei­ni­gun­gen war. Denn ihre Struk­tu­ren müssen wirk­sam und dau­er­haft zer­schla­gen werden.“

Hin­ter­grund: Die säch­si­sche Lan­des­re­gie­rung rech­net mit Stand vom 31. Dezem­ber 2019 rund 1000 Men­schen zur Szene der Reichs­bür­ger, von denen ca. 70 Per­so­nen rechts­ex­tre­mis­ti­sche Bezüge haben.