„Die jetzt öffent­lich gewor­de­nen Vor­gän­ge sind erschüt­ternd. So etwas darf eigent­lich nicht pas­sie­ren“, erklär­te Albrecht Pallas, innen­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD-Frak­ti­on,  am Diens­tag zu Über­grif­fen von Wach­leu­ten auf Flüch­lin­ge in einer Erst­auf­nah­me in Dres­den.  „Gut, dass das Sicher­heits­un­ter­neh­men reagiert hat und sich von den aggres­si­ven Mit­ar­bei­tern getrennt hat – das werte ich im Übri­gen als Schuld­ein­ge­ständ­nis. Ich erwar­te eine lücken­lo­se Auf­klä­rung der Vor­fäl­le. Der Innen­mi­nis­ter muss in der nächs­ten Sit­zung des Innen­aus­schus­ses dazu umfas­send berich­ten.“

„Mas­sen­un­ter­künf­te ver­lan­gen allen Betei­lig­ten viel ab – das gilt für Bewoh­ner, Betreu­er und den Wach­dienst glei­cher­ma­ßen”, sagte Pallas. „Dafür sind klare Regeln not­wen­dig. Der Wach­dienst muss in der Lage sein, die Ord­nung in der Ein­rich­tung auf­recht zu erhal­ten. Dazu gehört, dass er gegen aggres­si­ve Bewoh­ner vor­ge­hen kann – zum Eigen­schutz und vor allem zum Schutz der ande­ren Bewoh­ner. Wach­leu­te dürfen sich aber nicht als She­riffs auf­spie­len.  Und selbst­ver­ständ­lich dürfen frem­den­feind­li­che Ein­stel­lun­gen bei Wach­leu­ten nicht tole­riert werden.“

„Eine reine Zer­ti­fi­zie­rung von Wach­schutz­un­ter­neh­men reicht offen­kun­dig nicht aus. Noch scheint der Grund­satz ‚Ver­füg­bar­keit vor Eig­nung‘  zu gelten, sowohl bei der Aus­wahl des Unter­neh­mens als auch bei der Aus­wahl des Wach­per­so­nals. Das muss sich ändern. Des­halb soll­ten die Zer­ti­fi­zie­rungs­be­din­gun­gen ver­schärft werden. Zudem rege ich an, dass die Lan­des­di­rek­ti­on mit dem DRK und ande­ren Diens­ten über mög­li­che Ver­trags­stra­fen spricht, wenn sich solche Vor­fäl­le ereig­nen. So hätten die Sicher­heits­diens­te auch eine eigene Moti­va­ti­on,  für Ord­nung unter ihren Leuten zu sorgen.“