„Die regio­na­len Woh­nungs­märk­te in Sach­sen sind sehr ver­schie­den. Wäh­rend wir in den Land­krei­sen größ­ten­teils noch hohen Leer­stand haben, wird bezahl­ba­rer Wohn­raum vor allem in Dres­den und Leip­zig immer knap­per. Als SPD-Frak­ti­on nehmen wir alle Regio­nen in den Blick und drän­gen auf maß­ge­schnei­der­te Lösun­gen“, so Albrecht Pallas, Spre­cher für Woh­nungs­bau und Stadt­ent­wick­lung. Er regier­te auf Äuße­run­gen des Chef des Ver­ban­des der säch­si­schen Woh­nungs­ge­nos­sen­schaf­ten, der für Demons­tra­tio­nen gegen Miet­stei­ge­run­gen und Ver­drän­gung kein Ver­ständ­nis zeigte und meinte, es gebe keine Woh­nungs­not in Sach­sen.

„Wir wollen die genos­sen­schaft­li­chen und kom­mu­na­len Woh­nungs­un­ter­neh­men in den Klein- und Mit­tel­städ­ten dabei unter­stüt­zen, den Bestand zu sanie­ren und an die heu­ti­gen Bedürf­nis­se anzu­pas­sen, ohne dass die Mieten stark anstei­gen“, so Pallas. „Fakt ist aber auch, dass Leer­stands­quo­te bei ver­miet­ba­rem Wohn­raum in Dres­den bei 1,7 %  und in Leip­zig knapp unter 2 % liegt. Da ist es nicht ver­mes­sen, von Woh­nungs­not zu spre­chen.”

„Eine iso­lier­te Betrach­tung des Ange­bo­tes und der Mieten von Genos­sen­schafts­woh­nun­gen hilft da nicht weiter. Daher ist die sta­tis­ti­sche Betrach­tung des Leer­stands in allen Groß­städ­ten auch nicht mehr als ein Taschen­spie­ler­trick. Wenn Herr Vieh­we­ger nun den Ver­gleich mit Mün­chen, Ham­burg oder Berlin auf­macht, geht er in seine eigene Popu­lis­mus­fal­le. Denn die Miet­stei­ge­run­gen in ost­deut­schen Groß­städ­ten müssen auch mit dem ost­deut­schen Lohn­ge­fü­ge ver­gli­chen werden und liegen zum Bei­spiel in Dres­den und Leip­zig bei Neu­ver­mie­tun­gen über dem bun­des­deut­schen Durch­schnitt.“

„Als SPD-Frak­ti­on setzen wir uns für eine lang­fris­ti­ge Fort­füh­rung des sozia­len Woh­nungs­baus ein, der erst durch uns in Sach­sen wieder in Gang gekom­men ist. Zukünf­tig brau­chen wir aber einen zwei­ten För­der­weg, der auch Haus­hal­ten mit klei­nen und mitt­le­ren Ein­kom­men den Zugang zu sol­chen Woh­nun­gen ermög­licht. Wenn sich Genos­sen­schaf­ten an einem sol­chen geför­der­ten Bau­pro­gramm betei­li­gen, könn­ten sie auch die von Vieh­we­ger beklag­ten zu hohen Neu­ver­trags­mie­ten in den Griff bekom­men.“

Hin­ter­grund: Axel Vieh­we­ger, Chef des Ver­ban­des der säch­si­schen Woh­nungs­ge­nos­sen­schaf­ten, hatte in einem Agen­tur-Bei­trag erklärt:  „Wir haben keine Woh­nungs­not in Sach­sen.“ Für die Demons­tra­tio­nen gegen Miet­stei­ge­run­gen und Ver­drän­gung, die es Anfang April in Leip­zig und Dres­den gab, habe er kein Ver­ständ­nis. Er halte die Debat­te um Mie­ten­wahn­sinn in Sach­sen für popu­lis­tisch.