„Für Kenner der Szene kommen irri­tie­rende Nach­richten über die Geschäfts­füh­rung der Stif­tung Säch­si­sche Gedenk­stätten nicht mehr über­ra­schend. Allen, denen das für Ende des Jahres ange­kün­digte Aus­scheiden von Sieg­fried Rei­prich Hoff­nung gemacht hat und die darauf hin­ge­ar­beitet haben, dass die Stif­tung end­lich aus den Nega­tiv­schlag­zeilen her­aus­kommt und an die drin­gend nötige Qua­li­fi­zie­rung der Gedenk­stät­ten­ar­beit geht, erweist der Noch-Geschäfts­führer einen nächsten Bären­dienst. Und nicht nur das: Er gibt Anlass, den Ruf Sach­sens als ein Bun­des­land, indem nicht kon­se­quent genug gegen neu-rechtes Gedan­kengut vor­ge­gangen wird, wieder einmal zu bestä­tigen.

Über seinen Twitter–Account, in dem er unmiss­ver­ständ­lich als Geschäfts­führer der Stif­tung Säch­si­sche Gedenk­stätten erkennbar ist und auch als sol­cher ange­spro­chen wird, bezeichnet er die Kra­walle in Stutt­gart als ‚Bun­des­kris­tall­nacht‘. Er zitiert Äuße­rungen, nach denen ‚Weiße, Kau­ka­sier oder wie auch immer man es nennen will‘, in die Posi­tion einer bedrohten Min­der­heit geraten.

Sieg­fried Rei­prich spielt bewusst, wil­lent­lich und öffent­lich mit Ver­glei­chen aus der NS-Zeit. Er gibt sich als Anhänger rechten Gedan­ken­guts zu erkennen. Er, der in seiner Funk­tion mit höchster Sen­si­bi­lität und kluger Aus­ge­wo­gen­heit argu­men­tieren sollte, ver­letzt damit genau diese Opfer­gruppen, für die er eine beson­dere Ver­ant­wor­tung an pro­mi­nenter Stelle wahr­zu­nehmen hätte.

Der Stif­tungsrat ist gehalten, die Äuße­rungen Sieg­fried Rei­prichs ent­schieden zurück zu weisen und dienst­recht­liche Kon­se­quenzen ziehen.“

 

Quelle: https://​twitter​.com/​S​R​e​i​p​r​i​c​h​/​s​t​a​t​u​s​/​1​2​7​7​5​6​1​4​2​3​6​1​1​2​6​9​122