„Wir erleben eine Zeit schwerer gesell­schaft­li­cher Erschüt­te­rungen“, so unser Abge­ord­neter Frank Richter am Don­nerstag in der Land­tags­de­batte zur Corona-Pan­demie. Corona habe eine Krise ver­ur­sacht, wie es sie seit Men­schen­ge­denken nicht mehr gab. Gleich­wohl sei die Mensch­heit nicht ahnungslos beim Umgang mit Seu­chen und Epi­de­mien. „His­to­riker berichten von vier nega­tiven Reak­ti­ons­mus­tern. Ers­tens: Das Phä­nomen wird geleugnet. Zwei­tens: Es wird igno­riert. Drit­tens: Andere werden dif­fa­miert und ver­ur­teilt. Und vier­tens: Ein­zelne und ganzen Men­schen­gruppen werden aus­ge­stoßen.“

„Hin­zu­zu­fügen ist, dass öko­no­mi­scher, tech­ni­scher, poli­ti­scher und sozialer Fort­schritt eben kei­nes­wegs – und schon gar nicht auto­ma­tisch – zu mora­li­schem Fort­schritt führt. Das erleben wir auch hier in diesem Haus.  Meines Erach­tens waren staat­liche Maß­nahmen selten so sehr ange­wiesen auf die Akzep­tanz der Bevöl­ke­rung wie die, die jetzt im Zusam­men­hang der Pan­de­mie­be­kämp­fung ergriffen werden; und selten war diese Akzep­tanz der Bevöl­ke­rung so sehr abhängig von der Art und Weise, wie wir diese Pan­de­mie­be­kämp­fung kom­mu­ni­zieren.“

 

„Weil ich das so sehe, möchte ich eine Bitte an die Abge­ord­neten auf der rechten Seite dieses Hauses richten. Gleich, wie Sie die Anord­nungen der Regie­rung zur Pan­de­mie­be­kämp­fung beur­teilen, bitte respek­tieren Sie, dass diese erlassen werden zum Wohle der Bevöl­ke­rung; auch in der Ton­lage, in der Sie sie kri­ti­sieren. Da die Situa­tion jetzt einmal so ist, wie sie ist – bitte nehmen Sie vor­ur­teils­frei zur Kenntnis, dass diese Anord­nungen jetzt wirken. Bitte helfen Sie, diesen Anord­nungen Akzep­tanz in der Bevöl­ke­rung zu ver­schaffen.

 

Mein Unver­ständnis über Ihre Sicht auf die Krise ist abgrund­tief; meine Kritik an Ihrem poli­ti­schen Kurs ist hart, sehr hart. Aber ebenso intensiv und ein­dring­lich ist meine Bitte: Rufen Sie ihre Anhänger und all die­je­nigen, die auf sie hören, jetzt dazu auf, die staat­li­chen Anord­nungen ein­zu­halten. Sie müssen sich inhalt­lich dabei nicht ver­biegen. Wenn Sie es tun, zeigen Sie Ver­ant­wor­tung für diese Gesell­schaft. Leisten Sie ihr einen Dienst. Ich würde mich freuen.“