++ Kund­ge­bung anläss­lich der längst über­fäl­ligen Schlie­ßung des Chem­nitzer Thor Steinar-Ladens +++

Storch Heinar vorm Thor-Steinar-Laden (Juni 2012)

Thema: Rechts­ex­tre­mismus

Hanka Kliese, Chem­nitzer Abge­ord­nete der SPD-Frak­tion im Säch­si­schen Landtag, am Don­nerstag zur Schlie­ßung des Chem­nitzer Thor Steinar-Ladens:

„Was lange währt, wird end­lich gut. Mit der Schlie­ßung des rechts­ex­tremen Sze­ne­la­dens Tøns­berg am Brühl geht ein unrühm­li­ches Kapitel – hof­fent­lich für immer – zu Ende“, so Hanka Kliese. „Was hinter dem Laden stand, ist spä­tes­tens durch den NSU-Pro­zess deut­lich geworden. Es ging um erheb­lich mehr als um Beklei­dung – es ging um rechts­ex­treme Netz­werke. Rechts­ex­treme Netz­werke können wir nicht tole­rieren!“

Am 21. März um 16.30 Uhr lädt Hanka Kliese alle Mitstreiter*innen und Unterstützer*innen zu einer Abschluss­kund­ge­bung vor dem ehe­ma­ligen Thor Steinar-Laden (Müh­len­straße Ecke Eli­sen­straße in 09111 Chem­nitz) ein. Unter Ein­hal­tung der Corona-Schutz­maß­nahmen soll an den erfolg­rei­chen Pro­test der ver­gan­genen Jahre erin­nert und auf neue Her­aus­for­de­rungen auf­merksam gemacht werden – ganz im Sinne des Mottos „Schöner Leben ohne Nazi­läden“.

„Wir ver­binden mit dem Auszug des Ladens die vor­sich­tige Hoff­nung, dass weniger Men­schen in Chem­nitz solche Klei­dung tragen wollen und dass vor allem weniger Men­schen mit rechts­ex­tremem Gedan­kengut sym­pa­thi­sieren. Wie unlängst ein neuer ver­baler Angriff auf das ‚Schalom‘ zeigt, sind rechts­ex­treme Struk­turen in unserem Alltag auch auf dem Brühl noch lange nicht Geschichte – leider. So soll unsere Demons­tra­tion auch dazu dienen, unsere Kräfte zu bün­deln und für das Thema zu sen­si­bi­li­sieren“, so Hanka Kliese.

Vor neun Jahren hatte sich der Laden an der Ecke Elisenstraße/​Mühlenstraße ange­sie­delt und gleich mehr­fach für Pro­vo­ka­tionen gesorgt. Bereits die ursprüng­liche Namens­wahl des Ladens „Brevik“ erregte großes Ent­setzen, erin­nerte er nicht zufällig an den nor­we­gi­schen Mas­sen­mörder, der im Sommer 2011 über 70 Men­schen kalt­blütig ermordet hatte. Auch die Eröff­nung am 1. März 2012 – wenige Tage vor dem Chem­nitzer Frie­denstag am 5. März – musste als Pro­vo­ka­tion gewertet werden; ebenso wie die unmit­tel­bare Nähe zum Brühl, einem Viertel, das als fami­liäres und stu­den­ti­sches Wohn­viertel belebt werden sollte. Gemeinsam mit wei­teren Brüh­lak­tiven grün­dete Hanka Kliese im Jahr 2012 das Bündnis Bunter Brühl (BBB). Das viel­fäl­tige Enga­ge­ment des Bünd­nisses wurde mehr­fach prä­miert unter anderem beim Wett­be­werb „Aktiv für Demo­kratie und Tole­ranz“ (2013) und im Rahmen des „Säch­si­schen För­der­preises für Demo­kratie“ (2013).