Wir müssen die Schule im Dorf lassen.

05.01.2026

2026 als Wendepunkt für Sachsens Schulen

SPD-Fraktion greift Forderungen der Landesschülersprecherin auf

Wie muss sich Schule in Sachsen verändern, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden? Diese Frage stellt derzeit nicht nur die Politik, sondern auch Sachsens Schülerinnen und Schüler selbst. Die neue Landesschülersprecherin Lina Zeeh hat in einem Interview deutlich gemacht, wo aus Sicht der Lernenden die größten Defizite liegen: Unterrichtsausfall, hohe Belastung, veraltete Lehrpläne und ein Bildungssystem, das zu wenig auf individuelle Entwicklung setzt.

Für Gerald Eisenblätter, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, ist klar: 2026 muss zum Jahr der Entscheidungen für Sachsens Schulen werden.

Bildungsland Sachsen 2030: Jetzt kommt es auf die Umsetzung an

Mit der Strategie „Bildungsland Sachsen 2030“ ist der Kurs grundsätzlich abgesteckt. Doch die aktuelle Debatte – befeuert durch die Stimmen der Schülerinnen und Schüler – zeigt: Es reicht nicht, Ziele zu formulieren. Entscheidend ist, dass Reformen endlich spürbar im Schulalltag ankommen.

„Moderne Lehrpläne, mehr fächerverbindendes, lebenspraktisches und projektorientiertes Lernen sowie das Erproben alternativer Bewertungsformen dürfen nicht länger aufgeschoben werden“, betont Eisenblätter. Gerade die Forderung nach neuen Formen der Leistungsbewertung, wie sie auch Lina Zeeh mit Blick auf die Abschaffung klassischer Zensuren erhebt, zeigt den Reformbedarf deutlich.

Schüler*innen ernst nehmen und beteiligen

Im Interview fordert die Landesschülersprecherin mehr Mitsprache bei zentralen Entscheidungen – etwa bei Haushaltsverhandlungen und der Weiterentwicklung der Bildungsstrategie. Dieses Signal nimmt die SPD-Fraktion ausdrücklich auf.

„Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte fordern Reformen ein, um beste Bildung in Sachsen zu garantieren. Dieses Signal müssen wir ernst nehmen und in die Weiterentwicklung von Lehrplänen, Lernformen und Bewertungssystemen einbeziehen“, so Eisenblätter.

Gerade wenn es um Fragen von Lernbelastung, Digitalisierung oder zeitgemäße Unterrichtsinhalte geht, ist die Perspektive der Betroffenen unverzichtbar.

Schulstandorte sichern – Schule im Dorf erhalten

Neben inhaltlichen Reformen stehen Sachsen durch sinkende Kinderzahlen auch strukturelle Entscheidungen bevor. Um Schulstandorte gerade im ländlichen Raum zu sichern, braucht es neue Konzepte.

Mehr jahrgangsübergreifender Unterricht sowie längeres gemeinsames Lernen – etwa in Gemeinschaftsschulen oder der Oberschule+ – sind aus Sicht der SPD zentrale Bausteine, um ein stabiles Schulnetz zu erhalten.

„Nur so lassen wir die Schule im Dorf“ – Gerald Eisenblätter

Digitale Bildung braucht klare Regeln

Auch beim digitalen Lernen zeigt das Interview mit Lina Zeeh: Digitale Angebote können den Unterricht sinnvoll ergänzen, dürfen Lehrkräfte aber nicht ersetzen. Um hier verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, sieht die SPD-Fraktion dringenden Handlungsbedarf.

„Um Bildung in einer digitalen Welt auf die nächste Stufe zu heben, brauchen wir klare Regeln für online-gestütztes Lernen. Auch deshalb müssen wir das Schulgesetz zeitnah novellieren“, so Eisenblätter.

Bildung beginnt vor der Schule

Ein weiterer zentraler Punkt: Gute Bildung beginnt nicht erst in der Schule. Wer Schule von morgen gestalten will, muss den Kindergarten von heute mitdenken. Mit dem verbindlichen Sächsischen Bildungsplan soll 2026 ein wichtiger Grundstein gelegt werden – dem weitere Schritte zur Stärkung der frühkindlichen und vorschulischen Bildung folgen müssen.

Fazit

Die Stimme der neuen Landesschülersprecherin macht deutlich, wie groß der Veränderungsdruck im sächsischen Bildungssystem ist. Für die SPD-Fraktion steht fest: 2026 darf kein weiteres Jahr des Abwartens werden. Es braucht entschlossene Reformen – gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern.