Sabine Frie­del, bil­dungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag, erklärt zu den heute Nach­mit­tag statt­fin­den­den Gesprä­chen der Bil­dungs­ge­werk­schaf­ten mit Kul­tus­mi­nis­te­rin Kurth und Finanz­mi­nis­ter Unland:

„Wir erwar­ten Gesprächs- und Lösungs­be­reit­schaft von beiden Seiten. Seit Jahren hat die SPD vor dem Leh­rer­man­gel gewarnt, immer wieder haben wir Vor­schlä­ge unter­brei­tet, zuletzt vor vier Wochen mit unse­rem Papier ‚Schu­len in Not‘. Es ist drin­gend an der Zeit, dass die Staats­re­gie­rung zu einer lang­fris­ti­gen und fairen Ver­ein­ba­rung mit den Leh­rer­ver­bän­den kommt. Nur so kann unser Schul­sys­tem gesi­chert werden. 

Dabei ist es wich­tig, rea­lis­ti­sche und wirk­sa­me Maß­nah­men zu bespre­chen und sich nicht auf Schein­lö­sun­gen wie einer gene­rel­len Ver­be­am­tung aus­zu­ru­hen. Die Arbeits­be­din­gun­gen für die älte­ren Lehr­kräf­te müssen ver­bes­sert werden, damit sie so lange wie mög­lich unter­rich­ten. Das ist mög­lich, indem man Teil­zeit­re­ge­lun­gen zulässt, eine zusätz­li­che Alters­an­rech­nung erwägt oder Ein-Fach-Ein­sät­ze und Abord­nun­gen ermög­licht. Um junge Lehr­kräf­te zu gewin­nen, braucht es eine klare und ver­bind­li­che Per­spek­ti­ve zur glei­chen Bezah­lung in allen Schul­ar­ten. Und wir brau­chen ein Instru­ment, um Lehr­kräf­te aus Sach­sen, die in andere Bun­des­län­der gegan­gen sind, zurück­zu­ho­len und ihnen hier eine attrak­ti­ve Alter­na­ti­ve zu ihrem Beam­ten­sta­tus zu bieten. 

Schließ­lich erschei­nen uns auch die Ein­stel­lungs­ver­fah­ren noch immer nicht dafür geeig­net, sich in einem hart umkämpf­ten Markt als attrak­ti­ver Arbeit­ge­ber dar­zu­stel­len. Kämp­fen die Bil­dungs­agen­tu­ren wirk­lich schon um jede Bewer­be­rin und jeden Bewer­ber? Werden alle Regis­ter gezo­gen, um junge Men­schen zu gewin­nen? Am Ende rei­chen finan­zi­el­le Anrei­ze allein nicht. Junge Men­schen müssen auch sehen, dass sie in Sach­sens Schu­len eigene Ideen umset­zen und ihre Bil­dungs­vor­stel­lun­gen ver­wirk­li­chen können. Dafür brau­chen säch­si­sche Schu­len Frei­heit und Eigen­ver­ant­wor­tung. Und eine Kultur, in der Inno­va­ti­on, Enga­ge­ment und Krea­ti­vi­tät wert­ge­schätzt und geför­dert werden – von der Minis­te­rin, von den SBAs und von jedem ein­zel­nen Mit­ar­bei­ter der Schul­auf­sicht.”

Hin­ter­grund:
Posi­ti­ons­pa­pier der SPD-Frak­ti­on „Schu­len in Not“ (25. Mai 2016): https://www.spd-fraktion-sachsen.de/wp-content/uploads/2016–05-26-Schulen-in-Not.pdf