SPD-Fachpolitiker warnen vor Kita-Schließungen im Osten und appellieren an den Bund

24.02.2026

Mit dem Forderungspapier „Für die Rettung der Kitas im Osten – Personal halten, Strukturabbruch verhindern” richten sich die für die frühkindliche Bildung zuständigen SPD-Fachsprecherinnen und -sprecher der fünf ostdeutschen Bundesländer an den Bund. Sie appellieren darin, beim Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz die Situation der ostdeutschen Länder mit ihrer speziellen demografischen Entwicklung besonders zu berücksichtigen. Die Mittel für die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels sowie die Gewinnung und Qualifizierung des Fachpersonals sollen auch zukünftig in der bisherigen Höhe beibehalten werden. Neue Anforderungen wie sprachliche Bildung müssen mit zusätzlichen Ressourcen untersetzt werden.

„Für Sachsen geht es um rund 97 Millionen Euro pro Jahr, die aktuell vertraglich gebunden sind und die auch ab 2027 zur Verfügung stehen müssen”, betont Gerald Eisenblätter, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag. „Sollte der Bund die bisherigen Handlungsfelder zugunsten der westdeutschen Länder fallen lassen, da diese eher in den Ausbau von Kindergartenplätzen und in die Personalgewinnung investieren, droht hier ein Strukturabbruch, wie ihn der Osten noch nie erlebt hat.”

Auch 35 Jahre  nach der deutschen Einheit sind die Unterschiede zum Westen bei der frühkindlichen Bildung signifikant: Die Einrichtungen im Osten haben in der Regel weniger Schließtage, längere Öffnungszeiten und bei Kindern unter drei Jahren bereits die höchsten Betreuungsquoten bundesweit. Parallel zum drohenden Abbau der Strukturen verschärft sich der Wettbewerb um qualifiziertes pädagogisches Fachpersonal, das erneut abzuwandern droht.

Bereits Ende vergangenen Jahres haben sich die für die frühkindliche Bildung zuständigen SPD-Fachsprecherinnen und -sprecher der fünf ostdeutschen Bundesländer vernetzt und eine Arbeitsgruppe “Kita Ost” ins Leben gerufen. Hintergrund sind die insbesondere in Ostdeutschland massiv auftretenden Herausforderungen im Bereich der  Kindertagesstätten: Ein flächendeckender rasanter Einbruch bei den Geburtenzahlen führt einerseits zu einer drohenden Schließungswelle insbesondere kleinerer und im ländlichen Raum gelegener Einrichtungen; zeitgleich kämpfen die Länder um weitere Bundesmittel für den Kita-Bereich, um Qualitätsstandards halten zu können.

„Wir haben bei unserem intensiven Austausch schnell festgestellt, dass wir im Osten Deutschlands vor einer Herkulesaufgabe stehen”, so Gerald Eisenblätter. „Wir kämpfen gemeinsam für bessere Betreuungsschlüssel, den Erhalt unserer Kindergärten und müssen gleichzeitig darauf dringen, dass uns zukünftig keine Bundesmittel wegbrechen.”

Hier ist das Papier einsehbar: https://www.spd-fraktion-sachsen.de/wp-content/uploads/260219_SPD-Forderungspapier-Kita-Ost.pdf