taubblind

Mit einem Antrag der Regie­rungs­frak­tio­nen SPD und CDU (Druck­sa­che 6/2658) wird heute ein wich­ti­ger Schritt zur Ver­bes­se­rung der Lebens­si­tua­ti­on taub­blin­der Men­schen getan.

Hanka Kliese: „Wir wissen viel zu wenig über taub­blin­de Men­schen. Unser Antrag soll der Bewusst­seins­bil­dung dienen. Das Wich­tigs­te aber sind die kon­kre­ten Ver­bes­se­run­gen, die in Form von Leis­tun­gen durch ein eige­nes Merk­zei­chen erbracht werden sollen. Ohne Assis­tenz ver­har­ren diese Men­schen in ihrer fremd­be­stimm­ten Iso­la­ti­on. Das möch­ten wir ändern.“

+++ Bericht zur Lebens­si­tua­ti­on taub­blin­der Men­schen +++

„Wir for­dern mit dem Antrag einen Bericht über die Lebens­si­tua­ti­on taub­blin­der Men­schen in Sach­sen. So ein Berichts­teil, zuwei­len oft banal, ist im Fall der taub­blin­den Men­schen von enor­mer Bedeu­tung. Denn auf­grund ihrer dop­pel­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­schrän­kung wissen wir bisher viel zu wenig über sie.

+++ Beson­de­re Berück­sich­ti­gung bei der Umset­zung der UN-Behin­der­ten­rechts­ko­ven­ti­on +++

„Taub­blind zu sein, bedeu­tet mehr als die Summe aus zwei Sin­nes­be­hin­de­run­gen. Es ist eine ganz eigene Lebens­si­tua­ti­on, diesem Umstand müssen wir end­lich Rech­nung tragen. Des­halb geht es  im Antrag auch darum, die Belan­ge taub­blin­der Men­schen bei der Erstel­lung des Akti­ons-und Maß­nah­me­pla­nes zur Umset­zung der UN-Behin­der­ten­rechts­ko­ven­ti­on beson­ders zu berück­sich­ti­gen.“

+++ Merk­zei­chen für taub­blin­de Men­schen +++

„Dinge, die gehör­lo­se oder blinde Men­schen, ohne Assis­tenz beherr­schen, sind für taub­blin­de Men­schen ohne Unter­stüt­zung schlicht­weg nicht zu bewerk­stel­li­gen. Zudem ist es ein Unding, dass diese Men­schen­grup­pe laut Sozi­al­ge­setz­buch gar nicht exis­tiert.

Fol­ge­rich­tig setzen wir uns mit dem Antrag auch für ein eige­nes Merk­zei­chen für taub­blin­de Men­schen ein. Bisher sind sie unter dem Merk­zei­chen „taub” und dem Merk­zei­chen „blind” sub­su­miert. Das ent­spricht aber eben nicht ihrer Lebens­rea­li­tät.

Mit dem Antrag erhö­hen wir den Druck auf die Bun­des­ebe­ne, ein sol­ches Merk­zei­chens ein­zu­füh­ren. Dort gab es bereits sei­tens der zustän­di­gen Staats­se­kre­tä­rin Gabrie­le Löse­krug-Möller posi­ti­ve Signa­le für eine Ein­füh­rung in dieser Legis­la­tur.“

Antrag (Druck­sa­che 6/2658)