„Teil­ha­be ist kein Luxus“, so Hanka Kliese, Spre­che­rin für Inklu­si­on, heute im Land­tag zu Erhö­hung der Hilfen für Men­schen mit Behin­de­run­gen. „Hilfs­mit­tel, Bücher in Braille­schrift, spe­zi­ell geschlif­fe­ne Gläser für Kin­der­bril­len, Dol­met­scher ermög­li­chen Men­schen mit Behin­de­run­gen Teil­ha­be am Leben, sind aber oft für die Betrof­fe­nen sehr kost­spie­lig – da hoch­spe­zia­li­siert. Hinzu kommt, dass viele Men­schen wegen ihrer Behin­de­rung nicht in beson­ders gut bezahl­ten Jobs arbei­ten können, sie sind auch nach wie vor stär­ker von Arbeits­lo­sig­keit betrof­fen als andere Grup­pen.“

„Die Erhö­hun­gen der Nach­teils­aus­glei­che sind in ihrer Höhe – gerade die Fast-Ver­dop­pe­lung bei taub­blin­den Men­schen – weit­aus mehr als Sym­bol­po­li­tik. Sie sind eine echte Hilfe. Sie sind zudem ein erneu­ter Beleg dafür, dass das Par­la­ment die Kraft und die Fach­kennt­nis hat, Gesetz­ent­wür­fe weiter zu ver­bes­sern. Und sie mar­kie­ren für mich den Anfang eines langen Weges in Sach­sen, uns abzu­wen­den von der Mini­ma­li­sie­rung von Kosten für Men­schen mit Behin­de­rung.“

„Inklu­si­on ist ein nie­mals enden­der Pro­zess“, blick­te Hanka Kliese voraus. „Künf­tig sollte das Lan­des­blin­den­geld regel­mä­ßi­ger und in deut­lich kür­ze­ren Abstän­den über­prüft werden, und das gemein­sam mit den Exper­tin­nen und Exper­ten. Zudem müssen wir den Kreis der Leis­tungs­be­rech­tig­ten für das Taub­blin­den­geld gege­be­nen­falls erwei­tern. Krank­hei­ten wie das Usher-Syn­drom –  eine Hör­seh­be­hin­de­rung –  schrei­ten unauf­halt­sam voran und daher ist es ratsam, den Betrof­fe­nen nicht erst im fina­len Sta­di­um  dieser Krank­heit den vollen Aus­gleich zu gewäh­ren.“

Hin­ter­grund: Das Säch­si­sche Lan­des­blin­den­geld­ge­setz regelt auch die soge­nann­ten Nach­teils­aus­glei­che für schwerst­be­hin­der­te Kinder, Gehör­lo­se, hoch­gra­dig Seh­schwa­che. Rück­wir­kend zum 1. Januar 2018 werden die Nach­teils­aus­glei­che für hoch­gra­dig seh­schwa­che Men­schen von der­zeit monat­lich 52 Euro auf 80 Euro sowie für gehör­lo­se Men­schen von aktu­ell 103 Euro auf 130 Euro pro Monat erhöht. Und erst­mals werden auch blinde und gleich­zei­tig gehör­lo­se Men­schen einen Aus­gleich von 300 Euro pro Monat erhal­ten. Der Gesetz­ent­wurf sieht zudem eine monat­li­che Erhö­hung des Nach­teils­aus­gleichs für schwerst­be­hin­der­te Kinder von 77 auf 100 Euro vor. Die Koali­ti­ons­frak­tio­nen hatten den Gesetz­ent­wurf der Regie­rung nach­ge­bes­sert.