Holger Mann, Sprecher für Hochschule und Wissenschaft der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, zu der Aktuellen Debatte  „Hochschulentwicklungsplan: Wissenschaftsland Sachsen weiter profilieren – Planungssicherheit ohne Stellenkürzungen. Entwicklungsrahmen für die sächsische Hochschullandschaft“:

„Der Hochschulentwicklungsplan 2025 legt für die nächsten acht Jahre das Fundament für unsere Hochschulen: Sie erhalten erstmals seit 1993 Planungssicherheit ohne Stellenabbau. Wir setzen jetzt um, was im Koalitionsvertrag fest geschrieben ist. Mit dem Erhalt von 754 Stellen investieren wir nachhaltig in den Wissenschaftsstandort Sachsen und fördern so Qualität in Forschung und Lehre. Zudem wollen wir die Betreuungssituation an den sächsischen Hochschulen verbessern.

Alle 14 staatlichen Hochschulstandorte bleiben erhalten. Vor allem für Regionen außerhalb der drei Großstädte sind die Fachhochschulen aber auch die Studienakademien ein regionaler und gesellschaftlicher Anker. Mit der Stärkung und Sicherung der Fachhochschulen wird der regionale Fachkräftebedarf gedeckt und Durchlässigkeit im Hochschulsystem befördert. Hochschulen sind keine Elfenbeintürme, sondern Institutionen der Gesellschaft.

Hochschulen müssen so gestaltet sein, dass Studierende – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrer konkreten Lebenssituation – ein Studium erfolgreich beenden können. Wir werden künftig weiter an der Studienerfolgsstrategie und Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention arbeiten. Damit dies gelingt, sorgen wir auch für Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen, um motivierte Mitarbeiter/innen an den Hochschulen zu halten.

Wir reklamieren mit der Hochschulentwicklungsplanung den Anspruch, dass die sächsischen Hochschulen in essentiellen Bereichen der staatlichen Daseinsvorsorge einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten müssen. Dazu zählen aus unserer Sicht mindestens das Lehramt, Medizin, Pflege, Jura und Pharmazie.

Die Lehramtsausbildung wird bis 2025 weiterhin an den drei Standorten Leipzig, Dresden und Chemnitz gesichert. Um dem Lehrermangel zu begegnen, werden jährlich 2.000 junge Menschen ein Lehramtsstudium beginnen können. Auch bei der Medizinerausbildung wird das Niveau mit 660 Studienplätzen pro Jahr gehalten. Wir stellen sicher, dass sächsische Studierende weiterhin Pharmazie studieren können und eröffnen neue praxisnahe Studienangebote im Bereich der Pflege.

In den kommenden Wochen wird der Hochschulentwicklungsplan mit den Hochschulen und in den Hochschulgremien beraten. Wir setzen auf Dialog statt Diktat. Nur gemeinsam können wir unsere sächsische Hochschullandschaft weiter entwickeln. Es geht letztendlich um die Rolle der Hochschulen für die Daseinsfürsorge, die Sicherung des Fachkräftenachwuchses und die Stärkung der Zivilgesellschaft sowie gute Lehre und gute Arbeit in diesen.“