+++ Präsenzunterricht darf kein Dogma sein +++ Hybrid-Unterricht auch als präventive Maßnahme +++

Sabine Friedel, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag und Sprecherin für Bildungspolitik, zur Androhung von Schulschließungen durch den Ministerpräsidenten:

„Zwischen der kompletten Schließung aller Schulen und dem vollen Präsenzunterricht gibt es eine Menge Möglichkeiten. Die sollten wir in Sachsen nutzen. Die flächendeckende Schließung von Schulen ist für die Schülerinnen und Schüler ein so gravierender Einschnitt, dass wir ihn in jedem Fall vermeiden müssen.

Und das ist auch zu schaffen: Alle tragen bei der Pandemiebekämpfung Verantwortung, auch die Schulen. Sie müssen sie nicht nur übernehmen, sondern auch übernehmen dürfen. Angesichts der Infektionslage ist es vernünftig, dass Schulen präventiv tätig werden und ins Wechselmodell übergehen wollen. Das senkt nicht nur den Infektionsdruck in den Schulen selbst, sondern auch in den Schulbussen.

Wenn eine Schule sicherstellen kann, dass alle wesentlichen Lerninhalte vermittelt werden und die Prüfungsvorbereitung gelingt, dann sollte ihr niemand den gewünschten Gang ins Wechselmodell verwehren. Den Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzlernen haben alle in den letzten Monaten gut einüben können. Viele Lehrkräfte haben sich fortgebildet und Millionen wurden in Technik investiert, die jetzt nach und nach vor Ort bereit steht. Es wäre ja gerade absurd, wenn das alles umsonst gewesen sein sollte und der Präsenzunterricht zum Dogma erhoben würde.

Für die Schülerinnen und Schüler ist das Wechselmodell definitiv besser als eine vollständige Schulschließung. Bleiben die Infektionszahlen hoch, so wird der Ministerpräsident gefragt werden: Wurde alles getan, um das Recht auf Bildung zu sichern? Wurde alles getan, um flächendeckende Schulschließungen zu vermeiden? Diese Frage kann man nur dann ruhigen Gewissens mit Ja beantworten, wenn vorher alle milderen Mittel ausgeschöpft wurden. Das Corona-Virus und die Pandemie darf man nicht unterschätzen, ebenso wenig aber auch die Fähigkeiten der Lehrkräfte an unseren sächsischen Schulen und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler.“