„Stellen Sie sich vor, wir könnten in die Zukunft blicken. Wir stehen im Jahr 2050 in einem Besucherzentrum auf der Lausitzer Scholle, hören: ‚Der Weltraum, unendliche Weiten …‘ und wissen: Von hier aus erforschen wir das Universum.“
Diese Vision ist keine Science-Fiction. Mit dem Deutschen Zentrum für Astrophysik entsteht genau dort, in der Lausitz, eines von zwei neuen Großforschungszentren. Dazu kommen zukunftsweisende Projekte wie das Zentrum für die Transformation der Chemie in Nordsachsen oder internationale Forschungsinitiativen wie DALI, CREATION oder das Einstein-Teleskop.
Wissenschaft ist mehr als Reagenzglas, Hörsaal und graue Theorie – sie ist der Schlüssel für Sachsens Zukunft. Das machte unser wissenschaftspolitischer Sprecher Gerald Eisenblätter, in seiner Rede zur Fachregierungserklärung „Zukunft des Wissenschaftslandes Sachsen in herausfordernden Zeiten“ im Landtag deutlich. Denn: Wer heute in Hochschulen, Forschung und neue Ideen investiert, legt den Grundstein für wirtschaftlichen Erfolg, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Innovation von morgen.
„Ohne starke Hochschulen, ohne Forschung auf Spitzenniveau, ohne Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft wird Sachsen weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich in der ersten Liga spielen.“
Anders gesagt: Wenn wir auch in Zukunft gute Jobs, medizinischen Fortschritt und eine stabile Gesellschaft wollen, führt an kluger Wissenschaftspolitik kein Weg vorbei.
Von Bierdeckeln bis zu Gravitationswellen
Kennt ihr Robert Sputh? Am 25. Oktober 1892 meldete er im sächsischen Sebnitztal das Patent für den saugfähigen Holzfilz-Bierglasuntersetzer an. Heute kennt und nutzt ihn jeder, den Bierdeckel. Außerdem schob Robert Sputh vor Ort die erste industrielle Produktion an. Das Beispiel zeigt, wie praxisnahe Forschung, Transfer und Innovation vor 130 Jahren aussahen. Und heute?
„Sachsen spielt in der Wissenschaft längst ganz vorn mit. Jetzt gilt es, diesen Vorsprung zu sichern – mit Mut, Investitionen und einer klaren Vision.“
Mut – das heißt auch: in die Köpfe investieren, die das alles erst möglich machen. Eisenblätter kritisiert deutlich die prekären Arbeitsbedingungen vieler Wissenschaftler:innen:
„Wer Spitzenforschung will, muss auch attraktive Arbeitsbedingungen schaffen. Kettenverträge und prekäre Karrierewege helfen niemandem – wir brauchen Planungssicherheit und echte Perspektiven. Die Hochschulen vertrauen auf die geltende Zuschussvereinbarung bis 2032. Wir stehen zu diesem Wort. Gerade in krisenhaften Zeiten darf Wissenschaft nicht dem Rotstift zum Opfer fallen.“
Wissenschaft braucht Freiheit – und Rückhalt
In seiner Rede macht Eisenblätter auch deutlich: Wissenschaft ist nicht nur Standortpolitik. Sie ist auch ein Bollwerk gegen Populismus und ein Garant für Aufklärung, Fortschritt und Demokratie.
„Wissenschaft ist kein Elitenprojekt. Sie ist eine Investition in Zusammenhalt, Fortschritt und Demokratie. Wir müssen sie verteidigen – gegen Stimmungsmache und gegen Angriffe auf ihre Freiheit.“
„Für uns muss der Grundsatz gelten: Wer Wissenschaft kleinreden will, wer die Arbeit von Forscherinnen und Forschern in Frage stellt, weil die Ergebnisse nicht ins Weltbild passen, der greift unsere Demokratie an. Wir dürfen nicht länger dulden, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bedroht oder diffamiert werden. Wir stehen fest an ihrer Seite. Denn Wissenschaft steht für Aufklärung und Fortschritt und nicht für populistische Stimmungsmache.“
Unser Ziel: Ein starkes, offenes, innovatives Sachsen
Eisenblätters Appell ist klar: Sachsen muss den Mut haben, groß zu denken. In Wissenschaft zu investieren, heißt nicht, Geld auszugeben – es heißt, Zukunft zu bauen.
„Sachsen braucht Mut zur Zukunft – Wissenschaft ist der Schlüssel.“
Denn egal ob Gesundheitsversorgung, neue Technologien oder gute Bildung: Ohne starke Hochschulen, kreative Forschung und mutige Politik wird Sachsen den Anschluss verlieren. Gemeinsam kann es gelingen, das Gegenteil zu beweisen – mit echten Chancen für alle und einem klaren Bekenntnis zum Fortschritt.

